meine stimme

Jasmina politisiert...

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Die Gemeinderatswahlen! Ja, ja ich weiß. Es ist für viele eine langwierige und unbedeutende Sache. Was macht es denn schon für einen Unterschied, wer an den Hebeln sitzt. Ist es überhaupt wichtig wählen zu gehen? Es ändert sich ja doch nichts. Aussagen, die ich oft genug zu hören kriege. Sei es von Zuwanderern, die bereits eine Stimme abgeben könnten (sie sind ja EU-Bürger), als auch von Österreichern jüngerer und älterer Generation. Ein Trauerspiel, das die Politikverdrossenheit der Menschen hier widerspiegelt. Denn wozu leben wir noch in einem demokratischen System, wenn wir unser aller Stimmen nicht nützen. Vor nicht einmal einem Jahrhundert kämpften die Menschen um ein Mitspracherecht, sie bezahlten sogar mit ihrem Leben dafür. Für uns ist das Wahlrecht selbstverständlich geworden, weshalb auch nicht, denn keiner muss mehr auf die Barrikaden gehen, geschweige denn sterben.

Man sollte nur volljährig und Staatsbürger dieses Landes sein. Schon könnte man sie nützen. Die Stimme. Anscheinend müssen viele von uns erst ein totalitäres Regime, das jeglichen demokratischen Grundsätzen widerstrebt, erleben, um aufzuwachen. Wer weiß, wir sind ja auf dem besten Weg dorthin. Doch es ist nicht zu spät, um aus der Matrix aufzuwachen. Noch können wir etwas verändern. Zuerst auf regionaler Ebene, dann auf Bundesebene. Doch wählerisch und mit Behutsamkeit sollte jeder mit seiner Stimme umgehen, sonst entscheiden andere für uns. Wollen wir das? Ich zumindest nicht! Ich habe es satt, von der Willkür anderer abhängig zu sein. Jahrelang wurden meine Familie und ich wie Menschen zweiter Klasse behandelt, weil wir nicht österreichische Staatsbürger waren. Jahrelang zahlte meine Mutter mehr in den sozialen Topf ein, als sie herausbekam, weil sie nicht österreichische Staatsbürgerin war. Jetzt, da wir es sind, nütze ich sie. Meine Stimme. Ich weiss, es ist nur eine Stimme. Doch wenn er, sie, es, ihr und vor allem wir alle wählerisch mitentscheiden, können wir etwas bewegen.

 

Jasmina Marinkovic