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Liebe Leserinnen und Leser!

Viele von Euch werden sich wundern, dass nach so kurzer Zeit schon wieder eine Ausgabe der Zeitschrift echo erscheint. Das Papier, das Ihr gerade in Euren Händen haltet, bildet eine Sonderausgabe, die in schriftlicher Form eine Kampagne, die ECHO gerade gemeinsam mit gettoattack, ANAR und der Initiative Minderheiten durchführt, genauer illustrieren soll. Wir haben uns unter dem Namen “WienerWahlPartie” zusammengeschlossen und unser Anliegen ist es, aktiv in den Wiener Wahlkampf einzugreifen und auf verschiedenen Ebenen dazu beizutragen, eine gewisse politische Sensibilisierung in der Wiener Bevölkerung voranzutreiben! Für uns als ECHO ist es natürlich die 2. Generation, der wir uns speziell widmen wollen. Wir wollen mit dieser Kampagne ein Bewußtsein schaffen, dass es von Nöten ist, sich aktiv am politischen Geschehen in diesem Land zu beteiligen, damit nicht andere für einen entscheiden oder man sich hilflos gewisser Wahlkampftaktiken ergeben muss, deren Thema man zwar ist, aber man aufgrund von Informationsmangel oder Desinteresse nicht darauf in entsprechender Form zu reagieren weiß. Wir sagen Schluß damit! Die 2. Generation soll Ihren Platz in dieser Gesellschaft einnehmen, Stellung beziehen, sich gegen Diskriminierungen aller Art zur Wehr setzen und das gesellschaftspolitische Leben kreativ mitgestalten. Selbstbewußt wollen wir auch den Politikern der einzelnen Parteien klar machen, was für ein großes Wählerpotential da unbeachtet liegen gelassen wird. Es soll nicht mehr so leicht werden, rassistische Wahlkämpfe zu führen oder diese nicht zu beachten. Wir werden sie kommentieren und auch darüber hinausgehen und konkrete politische Forderungen stellen. Es muss gleiche Rechte für alle Bürger Wiens geben! Dieses Recht wollen wir gemeinsam mit der 2. Generation erkämpfen. Wir wollen uns organisieren, hinausgehen und die Bevölkerung zum aktiven Mitmachen einladen. Einen Diskussionsprozess auslösen, der auch die wirklich Betroffenen miteinbezieht und Ihnen eine Stimme gibt. Soziale Probleme dürfen nicht in ethnische umgedeutet werden, nur um möglichst schnell durch Aufbauen falscher Feindbilder zu einfache Lösungen für Probleme herbeizuzaubern.

Der Anlass der Wiener Gemeinderatswahlen schien uns hierfür ideal. Macht Euren Rassismus-Check und entscheidet dann, wem Ihr Eure Stimme oder Euer Engagement geben wollt. Natürlich ist das berühmte Kreuz mit dem Kreuz nicht die einzige politische Partizipation, die wir anstreben. Da gibt es noch viel mehr zu entdecken, was auch noch weit über die Dauer des Wahlkampfes hinausreichen wird. Derzeit herrscht bei uns in den ECHO-Räumlichkeiten eine interessante und lustvolle Atmosphäre. Die unterschiedlichsten Leute geben sich die Klinke in die Hand, weil sie sich beteiligen wollen. So kam es auch, dass Jugendliche gemeinsam mit Künstlern, Intellektuellen und politisch aktiven Erwachsenen diese Ausgabe fertigstellten. Allein die Entstehung dieser Zeitung war schon ein wichtiges politisches Zeichen. Hier werden die unterschiedlichsten Positionen vertreten, aber die Grundbotschaft ist überall gleich: Macht Euch Gedanken, damit sie niemand anderes für Euch macht! Ich bin stolz, die redaktionelle Koordination anvertraut bekommen zu haben und war überwältigt von der Euphorie, die beim Erstellen dieser Sonderausgabe vorherrschte. Vielen Dank an alle MitarbeiterInnen! Es wurde großartige Arbeit geleistet. In diesem Sinne, tut es den Journalisten, Layoutern, Fotografen und allen anderen Beteiligten dieser Ausgabe gleich - HANDELT DEUTLICH! Wir haben keine andere Wahl.

Thomas Tesar