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achtung! ausländerwahlrecht droht!
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So skizziert der Wiener Politiker Nikolaus Amhof im Dezember 2000 die Möglichkeit, dass auch Nicht-EU-StaatsbürgerInnen in Wien wahlberechtigt werden. In einer ganz in Rot-Weiß-Rot gehaltenen Aussendung der Wiener FPÖ warnt er vor einem diesbezüglichen Plan von Bürgermeister Häupl und der Wiener ÖVP. Ginge der Plan auf, dann könnte es für die Wiener bald zu spät sein, meint Amhof. Nahezu apokalyptische Auswirkungen schreibt er dem erweiterten Wahlrecht zu. Leider führt Amhof nicht weiter aus, wofür es zu spät sein werde dies bleibt der Imagination der einzelnen LeserInnen überlassen. Und genau um diese Imaginationen geht es der FPÖ. Oben zitierte Aussendung ist ein typisches Beispiel für ihre kommunikative Strategie: Worte wie drohen und zu spät sein rufen unbestimmte Assoziationen und Ängste hervor. Die VerfasserInnen lenken den Groll ein wenig auf andere PolitikerInnen oder Parteien und fokusieren die Ängste zielgenau auf die Ausländer (wer auch immer das sein mag). Wörter sind Teil eines der mächtigsten und zugleich subtilsten Mittel, das uns als Menschen zu Verfügung steht. Sprache beschreibt aber nicht nur die Welt, wie sie jemand wahrnimmt, Sprache kann diese Welt auch schaffen und verändern. Sprache also: ein Mensch, der Sprache verwendet ist in der Lage, Wirklichkeit zu schaffen. Das bedeutet, Sprache hat einen direkten Einfluss auf gesellschaftliche Zustände, Trends und Machtverhältnisse, und diese Zustände beeinflussen und verändern ihrerseits Sprache. Sprache wird oftmals verwendet, um Machtverhältnisse zu etablieren, zu rechtfertigen und zu bekräftigen. Das gilt besonders für das Feld der Politik. Aus diesem Grund ist die Frage der Wörter eine heikle. Und aus diesem Grund sollte auf Sprache in der Politik besonders aufgepasst werden. Meiner Meinung nach ist die Wortwahl des oben zitierten FPÖ-Politikers weitreichender als die Unterschriftenaktion Kein Wahlrecht ohne Staatsbürgerschaft, die in der Aussendung angepriesen wird. Weil Sprache niemals statisch ist und sich Sprachgebrauch und -bedeutungen ständig verändern, können wir selbst aber auch Veränderungen herbeiführen: Wir können Worte zurückerobern (TschuschenPower!, Kanak Attak) oder Sprach - gebrauch mitsteuern (Magistra, nicht Magister Krausneker!) und Änderungen verlangen (Wienerinnen und Wiener statt nur Wiener!).
Verena Krausneker Sprachwissenschaftlerin
und Mitbegründerin der Beratungsstelle für Zeugen und Opfer
von Rassismus: zara_vienna@t0.or.at, Tel: (01) 524 99 00-12, Homepage:
http://zara-vienna.t0.or.at/
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