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In einer Gesellschaft,
die immer stärker mit dem Thema kulturelle Unterschiede und
Vielfalt konfrontiert wird, scheint es, dass religiöse und
rassistische Intoleranz an der Tagesordnung sind. Das führt immer
zu nationalistischen Vorstellungen (Vaterland) und Ideen,
Rassismus, Hass, was auch immer Gewalt fördert. Was bedeutet Toleranz
überhaupt? Das Wort kommt vom lateinischen tolero,
die Fähigkeit, Menschen zu respektieren, ihre Lebensweise, Kultur,
Religion und Hautfarbe nicht als Urteilsbasis zu benutzen. Ich werde
mit dem Aspekt der Rassentoleranz beginnen. Wenn eine Gesellschaft demokratisch
sein will, muss sie klassenfrei und tolerant sein. Aber heutzutage ist
anscheinend der Trend Richtung Diskriminierung gegenüber Personen
bestimmter rassischer Minderheiten stark im Kommen. In Österreich
gibt es Nationalisten, die meinen: Ich bin Österreicher und
ja, es ist gut patriotisch zu sein und stolz auf dein Vaterland zu sein.
Aber inwieweit kann sich der Stolz auf einen anderen übertragen,
der nicht Österreicher, sondern Immigrant ist? Akzeptierst du ihn
für das, was er ist? Wenn jemand durch Krieg oder Hungersnöte
in Bedrägnis kommt, wird er ernsthaft an die Flucht in ein anderes
Land denken.
Anstatt ihn oder sie als minderwertig zu betrachten, was zu Frustration,
Feindschaft und Fanatismus führen kann, sollte er oder sie in die
Gesellschaft integriert werden, frei seine eigene Überzeugung,
seine Art aufzutreten, seine Art zu sprechen und seine Werte behalten
und akzeptieren, dass andere das auch tun. Sie haben das Recht in Frieden
zu leben und darzustellen, was sie wollen.
Ich verbrachte beispielsweise meine ersten sechs Monate in Österreich
hauptsächlich mit österreichischen Jugendlichen, die mir oft
mit meinem Deutsch geholfen haben. Eines Tages sahen wir fern als ein
Mann, der auch dort wohnte, in den Fernsehraum kam und einfach den Kanal
wechselte. Zu diesem Zeitpunkt waren wir zufällig fünf Nicht-Österreicher
im Raum. Als ich aufstand und ihn fragte, warum er das getan hatte,
antwortete er einfach: Ich bin Österreicher und du nicht!
Das klingt vielleicht wie ein schlechter Witz, ist aber keiner.
Zwei Tage später traf er mich wieder und bedauerte seine Aussage
mir gegenüber. Behandelst du deine Mitmenschen herablassend oder
interessiert dich ihre Meinung? Kannst du nur tolerant sein, wenn er
die selbe Hautfarbe oder Religion wie du hat? Darfst du ihm oder ihr
nur dann helfen?
Das bringt mich zum Thema Glaubenstoleranz.
Viele Kriege wurden aus religiösen Gründen geführt, weil
Menschen ihren religiösen Glauben für wahr und
alle anderen für falsch hielten. Die meisten religiösen
Führer lehren ihre Gläubigen, andere aktiv zu diskriminieren,
auf Grund deren Rasse, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Nationalität.
Vielen Menschen wird zum Beispiel von klein auf beigebracht, dass Jesus
weiß ist und der Teufel schwarz. Was wiederum zu dem Schluß
führt, dass alles Schwarze auf Erden böse sein muß,
inklusive schwarzen Menschen.
Das zeigt eine typische Situation in der Religion der Gesellschaft wenig
Gutes bringt. Diskriminierung sollte nirgends gefördert werden.
Auch eine Frau, die ein Kopftuch trägt, weil das ihrer Religion
und Kultur entspricht, muß am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft
im Allgemeinen respektiert und toleriert werden.
Ein individuelles Recht zu wahren, die Freiheit, seine Religion auszuüben
und trotz religiöser Unterschiede alle sozialen Privilegien zu
genießen, das bedeutet Toleranz gegenüber Andersgläubigen.
Tausende wurden getötet im Namen des Glaubens, in Nordirland Katholiken
und Protestanten, in Bosnien Christen und Moslems, in Osttimor Moslems
und Christen. Das sind bloß Beispiele für die fatalen Auswirkungen
von Intoleranz, die der Lehre von Jesus Christus, Mohammed oder Buddha
total widerspricht. Deren Lehre basiert auf Werten wie Liebe, Toleranz,
Geduld.
Wenn eine Gesellschaft tolerant sein möchte, ist die
Existenz von interkulturellen Beziehungen enorm wichtig. Das bedeutet
zusammenleben, sich austauschen, offen für Beziehungen sein und
die Kenntnis seiner eigenen und anderer Werte und Einstellungen.
Schließlich ist es essentiell für die Gemeinschaften, in
denen wir leben und für die Welt als Ganzes, dass wir die Persönlichkeiten
unserer Mitmenschen akzeptieren und respektieren. Denn ohne Toleranz
gibt es keinen Frieden und ohne Frieden gibt es keine Weiterentwicklung
und Demokratie, sondern nur soziale Ungerechtigkeit.
Wie man so schön sagt: Du sollst deinen Nächsten lieben
wie dich selbst.
Was du möchtest, dass jemand für dich tut, tue auch für
jemand anderen. Meine lieben Leser, versucht deswegen auch selbst entsprechend
tolerant zu sein.
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