also, laßt euch nicht unterkriegen...

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Die Standard-Journalistin Eva Linsinger und die Geschäftsfrau Monika Bogdan über ihre Erfahrungen in einer Männerwelt


echo: Sind Sie mit Ihrer jetzigen Arbeit zufrieden?
Eva Linsinger: Ja sehr, weil mein Job als Journalistin hat einen Vorteil, dass man jeden Tag etwas anderes und neues erfährt, man über etwas neues schreiben kann und dass das ein kreativer Job ist.
Monika Bogdan: Ja, ich bin sogar sehr zufrieden, weil es macht mir sehr viel Spaß und ich habe sehr viel Freude mit der Arbeit und den Menschen, mit denen ich zusammenarbeite, und den verschiedenen Kulturen, denn ich arbeite in der Stadt, da hab ich eben mit vielen Touristen zu tun.
echo: Haben Sie bis jetzt irgendwann positive oder negative Erfahrungen im Bezug auf Frauendiskriminierung von österreichischen oder ausländischen Frauen im beruflichen oder alltäglichen Bereich gehabt?
Eva Linsinger: Also, ich persönlich bin nicht diskriminiert worden, man muss aber schon sagen, dass es auch im Journalismus Frauen gibt, die natürlich diskriminiert werden. Das beste Besipiel dafür ist, dass es keine einzige Chef-Redakteurin gibt in Österreich, sondern nur Männer. Jetzt, von meiner Arbeit her, hab ich etliche Geschichten geschrieben über Frauendiskriminierung. Also, da geht es darum, dass Frauen 1/3 weniger verdienen als Männer, dass sie mehr arbeiten müssen um weniger Geld, dass sie einfach gesetzlich benachteiligt werden. Umso deutlicher ist die Diskriminierung von ausländischen Frauen. Sie haben in beiden Rollen mit Diskriminierung zu rechnen. Ein Wissenschaftler hat mal formuliert, dass die ausländischen Frauen die benachteiligsten überhaupt sind, weil sie in der Zukunft von ihren Männer abhängig sind, sowohl bei Aufenthaltsgenehmigung, Arbeitsgenehmigung, usw. Kurze Antwort auf eine schwierige Frage.
Monika Bogdan: Ja, ich hab sehr viele Auseinandersetzungen gehabt und ich finde, dass ist ein Wahnsinn, wie Frauen in Wien behandelt werden. Jeder Mann glaubt er kann eine Frau haben, so wie er will oder kann sie belästigen. Also, ich hab ganz viele Erfahrungen damit gemacht, zB ich sitze in der Straßenbahn und da lehnt sich ein Ausländer oder Österreicher an und versucht irgendeinen körperlichen Kontakt herzustellen und, obwohl er das merkt und ich ihn ermahne, macht er vielleicht manchmal weiter. Dann muss ich ihn anschreien, damit er aufhört. Das schlimmste ist, sie haben Frauen und Kinder zu Hause und versuchen dich anzumachen. Das sind meistens ältere Männer, das sind sowohl Ausländer als auch Inländer. Das ist ein Wahnsinn. Ich glaube, das wird nie aufhören, außer Frauen wehren sich wirklich dagegen.
echo: Wie gehen Sie mit Frauendiskriminierung um?
Eva Linsinger: Ja, erstens mal ist es mein Anliegen gewesen, darüber zu berichten und ich hab ja zuerst schon gesagt, dass irgendwie Kollegen gefunden haben, ich soll die undankbare Arbeit machen, wie Kurzmeldungen schreiben, während sie die gescheiten Sachen machen wollen, Kommentare schreiben und da hilft meine Erfahrung nach nur rechtzeitig “Hallo” zu schreien und zu sagen, “du machst die Kurzmeldungen und ich mache die Kommentare.”
echo: Haben Sie einen Rat für Mädchen der zweiten Generation, wie sie eine Karriere gut starten und was sie auf ihrem Weg besser machen könnten?
Eva Linsinger: Ich kann sagen, dass auf jeden Fall Ausbildung und Wissen sehr nützlich sind. Je mehr man weiss, desto mehr kann man eben verlangen. Das Zweite ist einfach nicht müde zu werden, irgendwas zu fordern und was zu verlangen, weil, wenn man nie was sagt, wird man auch nichts erreichen. Und das Dritte ist vielleicht noch, konkret zu überlegen, was man auch wirklich will, weil irgendwo zu sitzen und zu jammern, das einem das, was man macht, nicht passt, zu wenig ist.
Monika Bogdan: Also lasst euch nicht unterkriegen. Denkt immer positiv, wenn ihr ein Ziel vor Augen habt. Schaut, dass ihr eure Ziele verwirklicht, denn ihr seid es wirklich wert.
echo: Glauben Sie, sind Frauen der zweiten Generation in der Gesellschaft angesehen?
Monika Bogdan: Also, die Frauen werden behandelt wie Dreck. Man glaubt, die Männer sind eben die Gescheitesten und die Frauen können nichts. Die Frauen werden zu vielen Berufen nicht zugelassen und wenn man hört, eine Frau arbeitet als Mechaniker oder Installateur, oh mein Gott, sie ist vielleicht in ein falsches Geschlecht geraten. Ja, man sieht in vielen Berufen keine Frau, weil sie eben nicht zugelassen werden.


Ivana Bogdan (17)