das kultstück aus deutschland

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Seit einem Jahr ist das ECHO- Organisationsteam dahinter, das Kultstück aus Stuttgart, nämlich Dirty Dishes nach Wien zu bringen. Die ersten Ge-spräche zur Realisierung des Gastspielvorhabens fanden im Frühjahr 2000 statt. Einer der größten Beweggründe war natürlich, dass Asli KISLAL (Mitbegründerin des Vereines ECHO) eine der SchauspielerInnen ist, die in diesem wundervollen Stück vom Autor Nick Withby mitspielt. Dass auch Yavuz KÖROGLU, ein ehemaliger Jugendlicher von ECHO und damals sehr aktiv in unserer Theatergruppe, mit von der Partie ist, war natürlich nicht gerade ein Hindernis für unser Vorhaben.
Doch ganz abgesehen von den persönlichen Beziehungen zu dem Theaterhaus Stuttgart war es uns eine ganz besondere Ehre, das kulturelle Geschehen in Wien durch dieses Stück zu bereichern. Das mediale Interesse war zwar gleich null (wir sind gar nicht sauer auf die Wiener Festwochen, nein, ganz sicher nicht! - übrigens war das “ich will euch finanziell unterstützen” Interesse auch nicht gerade groß), aber das Interesse von Seiten des Publikums war erstaunlich hoch. Die Geschichte illegal beschäftigter Mitarbeiter einer Pizzeriaküche und deren geizigen und rassistischen Geschäftsführer kam beim Wiener Publikum erstaunlich gut an. Man konnte sich mit den Darstellern sehr gut identifizieren, hieß es in nachträglichen Diskussionen zum Stück. Auch stellte man fest, dass es sich endlich nicht um ein typisches Stück punkto Opferrolle von MigrantInnen handelte, sondern um eine Gesellschaftsstudie, um ein aus dem Leben gegriffenes Stück Realität. In einem Interview sagte der engagierte Regisseur Werner Schretzmeier, die Identifikation der Zuseher mit dem russischen Tellerwäscher Johnny sei eine sehr interessante und auch bewußt herbeigeführte, die im wirklichen Leben aus verschiedenen Vorurteilen heraus nie passiert. Tatsächlich konnten sich die Zuseher am Ende des Stückes kaum davor zurückhalten, lauthals “Johnny” zu rufen. Auch Kebab, alias Yavuz Köroglu, war eine Identifikationsfigur für die Jugendlichen. Doch abgesehen von der hervorragenden Inszenierung und Dramaturgie des Stückes, vollbrachte das Ensemble eine schauspielerische Glanzleistung. So unerwartet blieb einem selten das Lachen im Halse stecken, so unerwartet hat man selten während dem Lachen geweint. Ich gratuliere an dieser Stelle nochmals dem wundervollen Ensemble des Theaterhauses Stuttgart und bedanke mich für diese unvergesslichen Stunden Theater pur, mit all seinen Möglichkeiten und Methoden.
Die standing ovations des Publikums nach jeder Vorstellung haben uns, den Veranstaltern, gezeigt, dass wir mit der Entscheidung dieses Gastspiel nach Wien zu holen eine gute Entscheidung getroffen haben. Wir hoffen, recht bald wieder eine Kooperation mit dem Ensemble einzugehen und unsere Freunde wieder nach Wien zu laden.
Ani Gülgün Mayr