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diagonale 2001

and the winner is ...


Filme tendieren dazu interessant, lustig und lehrreich zu sein, wenn Menschen etwas über das Leben, die Gesellschaft und Individuen lernen, was sie nicht schon wußten. All das passiert, wenn man einen Film oder eine Dokumentation sieht. Manchmal bringen Filme auch Menschen beim Kritisieren zusammen, genauso wie bei Reflektion und dem gleichzeitig dabei stattfindenden Wettbewerb. Das österreichische Film Festival “Diagonale” ist all das und mehr. Die Diagonale 2001 fand in Graz zwischen 19. und 25. März statt, und war die 4. in dieser Form. Verschiedene Filmproduktionen wurden gezeigt: Dokumentationen, Animationen, Kurzfilme und Spielfilme. Alles zusammen wurden 119 neue Filme und Videoarbeiten in sieben verschiedenen Kinos der Stadt vorgeführt. Wieder einmal war Graz das Zentrum des österreichischen Films. Die meisten der Filmemacher in Österreich und viele von anderen Ländern verbrachten dort gemeinsam Zeit und trafen Entscheidungen über die besten Filme. Die meisten der Arbeiten hatten auch politischen Hintergrund. Auch wir waren dazu eingeladen, eine Produktion von Echo dort zu präsentieren. Es war eine Ehre für uns und so verließen wir voller Spannung Wien Richtung 2 Tage voller Film, Video, Diskussion und Auseinandersetzung.
Robert Braimah (19)
Am 24.03.01 fuhren Thomas, Robert und ich nach Graz, weil dort das diesjährige österreichische Filmfestival “Diagonale” über die Bühne gehen sollte. Von uns sollte der Echo-Film “Wir sehen uns” gezeigt werden, bei dem unser Muzi schon mitgewirkt hatte. Muzaffer war schon dort. Die Fahrt war echt angenehm, aber als wir in Graz ankamen, mussten wir 45 Minuten einen Parkplatz suchen. Da war echt nirgends ein Parkplatz und noch dazu war es soooo heiss. Uns fiel auf, dass alles in Graz grün ist. Die Strassenbahnen, die Hausnummern- und Strassennamenstafeln. Tja, das hätten wir nicht erwartet.
Genug davon. Die Zeit wurde sehr knapp. Wir mussten ja um 14 Uhr im Kino sein, wo unser Film vorgestellt wurde, bei dem die beiden Profis, Arash und Geza, die Regie übernommen hatten. Wir haben es echt knapp geschafft. Wir kamen zum Ende des Filmes von “Back on stage” ins Kino” (nachdem wir das Auto letzendlich in einer Parkgarage parkten).
Dann kam unser Film. Ich sah ihn zum ersten Mal. Dieser Film gefiel mir echt gut. Es ging um die Jugendlichen am Kardinal-Nagl-Platz und die Anrainer, die dort wohnten und Konflikte mit den Jugendlichen hatten. So eine Art Dokumentation.
Nach dem Film von Backbone (eine mobile Jugendarbeitseinrichtung in Wien) haben wir einige Fragen des Publikums beantwortet und gingen dann anschließend ins Hotel. Wir machten uns frisch und los ging es zur Diagonale 2001, der Preisverleihung im Festivalzentrum Thalia in Graz.
Es herschte grosser Trubel. Die Leute liefen wie verrückt hin und her und warteten auf den Anfang der Preisverleihung. Wer weiß, vielleicht bekommen auch wir einen Preis. Wäre schön, oder?
Nun, um 20 Uhr begann endlich die Zeremonie. Zuerst, wie könnte es anders sein, kam eine Dankrede dafür, dass wir alle gekommen waren. Dann endlich ging der Diagonale-Preis der Jugendjury und der ORF Kunststücke an ,,Mit mir” von Kerstin Cmelka.
Nach zwei weiteren Preisen kam der Preis für Innovatives Kino und er ging ex aequo an “Die Kunst der Stunde ist Widerstand” und ECHO!!!!!!!!
Muzi und Thomas gingen auf die Bühne und übernahmen den Preis voller Stolz, aber nicht nur sie waren stolz. Ich war es auch und bin es immer noch. Das war ein wunderschöner Augenblick. Wir riefen gleich im Echo an, aber keiner wollte uns glauben. Letzendlich haben sie uns geglaubt und feierten mit uns den Gewinn. Nach der Preisverleihung begann ein Fest und alle amüsierten sich prächtig. Einfach toll. Um ca. 3 Uhr, oder noch später, kamen wir endlich wieder im Hotel an. Ich war so froh, aber auch müde. Am nächsten Morgen gingen wir frühstücken - die Lieblingsbeschäftigung von uns Echoten. Nach dem super Frühstück gingen wir zur Pressekonferenz, denn schließlich waren wir ja auch in unserer Aufgabe als Journalisten in dieser Stadt und nicht nur als Preisträger. Nach all der Flut an Informationen fuhren wir wieder nach Wien.
Es war sehr schön in Graz und ich freue mich sehr, dass ich bei so einem Ereigniss dabei sein durfte. Das ist der Beweis das man doch nicht an Echo vorbeischaut und dass unsere Arbeit doch einen Sinn hat, auch wenn es einige Leute gibt, die vielleicht anderer Meinung sind.
Ich bin so stolz auf Echo. Ich glaube, ich wiederhole mich, aber so ist es nun mal und ich hoffe, das Muzaffer bald einen neuen Film macht und wer weiß, vielleicht gewinnt Muzi mit seinen Filmen mal nen Oscar. Schön wärs, aber das ist eine andere Geschichte. Zum Abschluß möchte ich mich noch ganz herzlich bei Eva Simmler und Thomas Korschill bedanken, die erstens ermöglichten, dass unser Film auf diesem Festival gezeigt wurde, und die sich auch ganz toll um uns gekümmert haben.


Magda Wabik


sämtliche Preisträger:
Großer “Diagonale”-Preis: Florian Flicker “Der Überfall”
Innovatives Kino: Kollektiv “Die Kunst der Stunde ist Widerstand” und Verein Echo
Preis der Diözese Graz-Seckau: Joerg Burger “Moscouw”
Jugendjury: Kerstin Cmelka “Mit mir”
Würdigungspreis des BKA: Michael Kreihsl “Heimkehr der Jäger”
Förderungspreis des BKA: Jessica Hausner (Kurzfilme) und Christine A. Maier (Kamerafrau)
Carl Mayer-Drehbuchwettbewerb: Gregor Stadlober “Kotsch”