Ich verstehe unter dem Begriff Flüchtling ein Individuum oder eine Gruppe, die Schutz vor Krieg, Hungersnot oder politischer bzw. religiöser Verfolgung sucht. Leider ist in der Welt, in der wir leben, noch immer die Mehrheit von diesen Gefahren betroffen.
Ich möchte meine Leser nicht mit einer Geschichte des Begriffs Flüchtling langweilen, aber ich möchte ein wenig in der Zeit bis zum Jahr 1933 zurückgehen, als Adolf Hitler seinen Traum von der Herrschaft der Herrenrasse über den Rest der Menschheit zu verwirklichen versuchte und damit Terror und Schrecken in ganz Europa verbreitete.
In dieser Situation sahen sich viele Menschen in Europa gezwungen, ihr Heimatland zu verlassen und Schutz z.B. in den USA zu suchen, unter ihnen auch viele Wissenschaftler und Künstler, wie etwa Stefan Zweig und Albert Einstein.
Heute gibt es wieder viele Flüchtlinge, vor allem aus den Ländern der dritten Welt, aber ihre Situation ist mit der damaligen nicht vergleichbar. Damals wurden die Flüchtlinge aus Europa in Ländern wie USA, Kanada oder Grossbritannien freundlich aufgenommen und bekamen eine Chance zur Integration heute werden Flüchtlinge von der Gesellschaft meist abgelehnt.
Ein typisches Beispiel ist Österreich, wo viele Leute das Wort Fremder nur mit Widerwillen aussprechen, ganz zu schweigen vom Wort Flüchtling. Diese Situation bedeutet für Flüchtlinge, vom Regen in die Traufe zu kommen.
Ein Flüchtling wird hier, von den mit ihm befassten Behörden, nicht mit Mitgefühl behandelt, sondern wie ein Tier in einem Käfig oder wie ein gejagter Krimineller und nicht wie ein Individuum, das Schutz sucht.
Wenn man erst das vier- bis fünfstündige Interview überstanden hat, beginnt die schmerzvolle Zeit des Wartens, ob man vom System akzeptiert wird, wofür die Chancen eigentlich praktisch Null sind. In dieser Situation befinden sich heute die meisten Flüchtlinge in Österreich, besonders die aus Afrika. Zusätzlich haben sie oft keinen Platz zum Schlafen und keine Möglichkeit zum Arbeiten sie bekommen nicht einmal den schlechtesten Job, den man sich vorstellen kann. Derzeit gibt es ein Gesetz, das jemanden, der keine positive Antwort hat, für illegal erklärt oder ermöglicht, dass jemand, der in einem Jugendheim auf Antwort wartet und über achtzehn Jahre alt wird, ohne Arbeit und Wohnplatz auf die Straße entlassen und damit sich selbst überlassen wird, was eine indirekte Aufforderung ist, das Land zu verlassen.
Ich frage mich immer wieder, wo die Menschlichkeit bleibt, von der immer gepredigt wird in einem Land, das die drittgrößte UNO-Niederlassung der Welt beherbergt und in dem sich ein OPEC-Sekretariat und viele ausländische Investments befinden und es trotzdem so viel Hass gegen Fremde, die nur Hilfe zum Überleben suchen, gibt.
Ein Freund von mir war in einem Park, dem Augarten, Laufen. Er wurde von zwei Polizisten aufgehalten, die ihn fragten, was er hier mache und ob er nicht wisse, dass dieser Park nur für Österreicher und nicht für Ausländer, schon gar nicht für Flüchtlinge da sei. Ähnliches passierte mir einmal, als ich beim Zielpunkt einkaufen war und ich wie ein Verbrecher durchsucht wurde, nur weil ich einen Rucksack hatte.
Alle anderen in der Reihe wurden nicht durchsucht, nur ich, weil ich schwarz bin und ein Fremder.
Das negative Image von Flüchtlingen in diesem Land wird von manchen Politikern bewusst geschürt, um sich politische Vorteile zu verschaffen. In den letzten Nationalratswahlen hat zum Beispiel eine der größten wahlwerbenden Parteien, die FPÖ, das Ausländerthema zu ihrem Hauptthema gemacht und hatte damit Erfolg.
Seither hat sich die Situation immer mehr verschlechtert. Gesetze wurden erlassen, um Flüchtlinge auszuschließen. Durch diese Gesetze sind viele Flüchtlinge im Gefängnis, obwohl sie nichts Falsches getan haben, außer in Österreich zu sein. Mindestens 700 sind im Gefängnis, ohne etwas verbrochen zu haben, außer illegal in diesem Land zu sein. Jeden Tag, an dem ich die U-Bahn benutze oder auf der Straße gehe, habe ich immer Angst,für nichts anderes als ein Flüchtling zu sein, ins Gefängnis gesteckt zu werden , weil ich keine Möglichkeiten habe, mich zur Wehr zu setzen. Ich glaube, alle sollten sich bewusst sein, dass wir Menschen sind und nicht Tiere, und dass wir Gefühle haben, deshalb sind wir ja vor dem Krieg geflohen.
Krieg kann jeden heimsuchen. Kein Zustand dauert ewig. Nach dem zweiten Weltkrieg hat jedermann in Österreich bestritten, Menschen schlecht behandelt zu haben oder ein Nazi gewesen zu sein, aber nun beginnt es wieder Wer keinen ökonomischen Beitrag leistet, hat kein Recht hier zu sein und wird gejagt.
Die Flüchtlinge und Fremden selbst sollten zusammenkommen und sich gegenseitig helfen, bevor es zu spät ist, denn im Gefängnis fühlt man sich wie im Konzentrationslager.
Niemand weiß, was die Zukunft bringt mit all den Gesetzen, die darauf abzielen, Flüchtlinge aus dem Land zu vertreiben.

Ich möchte meine Leser wissen lassen, dass nicht alle Österreicher ausländerfeindlich sind.
Manche sind gut, aber was sollen sie tun wenn die, die die negativen Gesetze machen in der Regierung die Mehrheit haben. Ich möchte abschließend sagen, dass der einzige Weg die Situation zu verbessern der ist, sich zusammenzuschließen und zu organisieren, egal woher man kommt und denen zu helfen, die Hilfe bitter nötig haben.
Der Krieg kennt keine Grenzen und die Situation kann sich ändern kein Zustand dauert ewig.
Ich hoffe, dass die Leute verstehen, dass ein Flüchtling nur Schutz sucht und niemandem sein Land oder seine Arbeit wegnehmen will. Man sollte ihn nicht wie einen Kriminellen behandeln, sondern wie ein Individuum, das Hilfe braucht und nicht den Mißbrauch durch die Politik - denn wir sollen unseren Nächsten lieben wie uns selbst.
Robert Braimah, 19
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