Das Flüchtlingsthema, oder besser gesagt auf der Flucht vor etwas sein, ist ein in der Science Fiction oft verwendetes Thema. Sei es nun, weil man die Spannung erhöhen will, weil jemand etwas mehr oder weniger Schlimmes angestellt hat, oder weil man seinen Heimatplaneten verloren hat. Der letzte Grund wird in der Science Fiction aus zwei verschiedenen Perspektiven gesehen.
Auf der einen Seite stehen die guten Flüchtlinge. Far, far away in einer anderen Galaxis. Vertrieben von einer bösen, übermächtigen Institution eines gerissenen Diktators oder von einem Krieg. Eine beliebte Art und Weise das Ganze noch tragischer zu gestalten ist, dass man gleich den ganzen Planeten zerstört und es nie wieder eine Rückkehr zur Heimat gibt. Dieser Kunstgriff ist es, der den Flüchtling arm und bemitleidenswert macht. Er ist auch nicht schuld an seinem Schicksal und hat jedes Recht, sich eine neue Heimat zu suchen. Es muß aber nicht unbedingt immer far, far away sein. Um noch mehr Identifikation mit dem Flüchtling zu schaffen, verlege man das Schlachtfeld auf die Erde. Wir sind dann die Flüchtlinge, die von einer bösen, gewalttätigen und meist ziemlich häßlichen Alienrasse bedroht werden. In weiterer Folge ist man dann auf der Suche nach einer neuen Heimat, dem gelobten Land.

Dem gegenüber stehen die bösen Flüchtlinge. Sie sind die Invasoren. Böse, hinterhältig, gemein und gewalttätig und wie gesagt sehr menschenähnlich sind sie nicht. Meist sind sie selber schuld daran, dass der eigene Planet zerstört wurde. Sie wollen eine neue Heimat, koste es was es wolle, und sie schrecken nicht einmal davor zurück, eine andere Spezies zu vertreiben oder zu unterjochen.
Ich sehe da Parallelen zwischen Science Fiction und unserem heutigen Leben. Deswegen weil Science Fiction, wie so ziemlich jede Kunst, Anlehnungen an jetzige Situationen (und das müssen nicht immer wissenschaftliche sein) macht. Man nimmt Klischees, sei es nun bewußt oder unterbewußt an und verarbeitet sie. Zu unseren guten Flüchtlingen zählen jene, die von Krieg, Ungerechtigkeiten und Verfolgungen gebeutelt werden. Wenn sie dann auch noch weit weg sind, dann sind sie die armen, zu Bemitleidenden. (Aber was ist heutzutage denn noch weit weg? Nur, wie man es auch drehen und wenden will, selbst wenn es gleich um die Ecke passiert scheint es für manche immer noch weit weg genug zu sein.) Solange sie nicht zu uns kommen!
Tja, selbst dann will man ja als Land nicht als Arschloch gelten, es gibt ja sogar Gesetze dagegen (ein Arschloch zu sein). Kaum sind dann diese Flüchtlinge/Menschen bei uns,nehmen sie uns die Jobs weg, stehlen, betrügen und schmarotzen, wollen uns vielleicht sogar infiltrieren oder noch schlimmer, einen eigenen Staat bei uns errichten.
Flüchtlinge ja, Ausländer nein, oder was? Solange wir uns in einer Geschichte mit dem Flüchtling identifizieren können, sei es nun weil es ein besonders attraktiver Held oder die eigene Spezies ist, dann ist der Flüchtling gut. Kommt der Flüchtling zur Erde bzw. nach Österreich dann ist er böse und will uns infiltrieren bzw. langsam zersetzen, uns zerstören. Wie schafft man sich da Abhilfe? Man zerstört den Flüchtling bzw. Eindringling.
Was tun?
Ich weiß es nicht. Ich habe ehrlich und aufrichtig nach einem positiven Schluß gesucht, der diesen Artikel hätte abschließen sollen. Aber ich will euch nichts vormachen, es gibt keinen positiven Schluß. Das einzige was ich sagen kann ist, dass man sich selber fragen sollte wie man mit Situationen und Menschen umgeht. Wenn man was ändern will, dann sollte man alles daran setzen und es ändern. Wenn nicht, dann sollte man es lassen, denn halbe Sachen sind genau so schlimm wie gar nicht gemachte.
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