Nach beinahe 4 Monaten seit der letzten Ausgabe erscheint nun echo 30. Ein Jubiläum.
Wir stehen kurz vor der eigentlichen Jahrtausendwende und dieses Jahr 2000 hat viele Veränderungen für uns mit sich gebracht.
Der Regierungswechsel in Österreich mit all seinen negativen Auswirkungen auf die Menschen in diesem Land (und damit sind keineswegs die Sanktionen gegen Österreich gemeint!), hat uns im ECHO beschäftigt und viele Fragen aufgeworfen.
Was können wir tun? Wie positionieren wir uns? Und vor allem: Mit welchen Mitteln kämpfen wir weiter? Es gibt Fragen, die man auf der Stelle beantworten kann, und andere, deren Beantwortung erst durch längere Prozesse Gestalt bekommen.
Wir sind auch weiterhin da für die Menschen, die in diesem System keine oder wenig Chancen haben. Wir stellen uns ganz klar weiterhin gegen Rassismus, Ausbeutung und Ausgrenzung, ungeachtet der Wirklichkeitsebenen auf der diese Mechanismen stattfinden. Im Kleinen wie im Grossen.
Seit fast einem Jahr engagieren sich mehr und mehr Jugendliche in ECHO, die als Flüchtlinge in dieses Land kommen. Sie kommen mit Ideen, Fähigkeiten und einem engagierten Geist hierher und brauchen einen Platz, der ihnen mit ihren Ressourcen und Talenten, aber auch mit ihren speziellen Problemen gerecht wird.
Das Engagement dieser Personen hat sich bereits in vorausgegangenen Ausgaben der Zeitschrift manifestiert, ist aber natürlich jetzt - zu diesem Thema - ganz besonders auffällig.

Es gibt Veränderungen in dieser Zeitschrift, die nicht zuletzt aus der Kraft einer etablierten, aber dennoch offenen Redaktionsgruppe hervorgehen. Diesmal gibt es eine Horoskopseite, sechs Musikseiten und eine neue Rubrik mit dem Namen Willkommen in Österreich, deren Ziel es sein soll, rassistische Übergriffe in Österreich zu dokumentieren.
Während ich diesen Text schreibe, findet in unseren Räumlichkeiten eine Sitzung statt. Jugendliche und Erwachsene arbeiten gemeinsam an Ideen zum Wahlaufruf zu den Wiener Gemeinderatswahlen 2001, an dem sich unter anderem auch ECHO beteiligt. Die Stimmung ist gut und gleichzeitig konzentriert und zielorientiert. Den Jugendlichen in ECHO ist die Tragweite dieser unserer Projekte und Aktionen sehr wohl bewusst und diese Haltung widerspiegelt sich natürlich nicht nur in solchen Arbeitsgemeinschaften, sondern vor allem auch in unserer Zeitschrift.
Diese Ausgabe soll Informationen zum Thema Flucht und Migration geben, sowie Einblicke in Alltagswelten, in die nicht viele Menschen in diesem Land einen Einblick haben. Dies realistisch darzustellen, ist die Basis im Kampf gegen Rassismus und Dummheit.
Elke Büchel
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