Flüchtlinge, Asylanten - Bezeichnungen, die unaufhörlich durch die Medien geistern, ein fixer Bestandteil unserer begrifflichen Umgebung sind und in sich selbst schon eine gehörige Portion Abfälligkeit mitschwingen lassen. Bessere Ausdrücke haben sich noch nicht durchgesetzt. Oft wird dabei vergessen, dass es sich um Menschen handelt. Menschen, die schreckliche Schicksale hinter sich haben und oft auch noch vor sich, wenn sie nach dem Verlust ihrer bisherigen Lebensweise voller Hoffnung einen Neuanfang in einem fremden Land wagen müssen. Menschen, die willkürlich von der Politik dazu verwendet werden, Emotionen zu schüren.
Sei es die vermeintliche Volksgemeinschaft in Form von Abgrenzung hinter sich zu vereinen, oder als Rechtfertigung für humane Interventionen, nur um das Wort Krieg nicht verwenden zu müssen. Sie werden als Mittel benützt. Nur selten stehen sie als Personen im Mittelpunkt, wird ihre schwierige Lage erläutert oder gar ernsthaft eine Änderung ihrer unhaltbaren Zustände erwogen. Für sich selbst zu sprechen und dabei gehört zu werden stellt nahezu eine Unmöglichkeit für diese Menschen dar.
Es ist erschreckend mit wievielen Vorurteilen und Stigmata Flüchtlinge tagtäglich zu kämpfen haben und das nach alldem, was sie schon hinter sich gebracht haben an Entbehrungen, Leid und Verzweiflung. Sie dürfen sich nicht politisch organisieren, nicht arbeiten gehen, um den eigenen Lebensunterhalt zu gewährleisten. Sie werden entmündigt, dürfen sich nicht frei bewegen, oftmals nicht einmal ihren eigenen Essgewohnheiten nachgehen, leben unter schrecklichen Umständen und stossen an allen Ecken und Enden auf eine Wand aus Ablehnung.
Man will sie nicht im Land haben, sie könnten ja ein kleines Stück vom Kuchen Reichtum abbekommen.

Eigentlich unglaublich, wieviel Angst ein reiches Land wie Österreich vor ein paar schutzbedürftigen Menschen hat, obwohl oder vielleicht gerade, weil es sich seit 50 Jahren in einer völlig abgesicherten Situation befindet. Dabei vergessen viele, dass vor gar nicht allzulanger Zeit auch genug Österreicher ihre Heimat verlassen mussten. Oder wird dieses geschichtliche Ereignis vielleicht unter ganz anderen Umständen gesehen?
Fakt ist, dass Flüchtlinge hier zwar oft Thema sind, es aber trotzdem in der Bevölkerung erhebliche Informationsmängel diesbezüglich gibt und sich das oft in diffusen Ängsten ausdrückt.
Auch hier bei Echo sind einige Jugendliche von diesen Lebensumständen betroffen. Das war ein Mitgrund, sich einmal genauer mit Flucht und Migration auseinanderzusetzen, vielleicht auch in der Hoffnung einmal eine andere Sichtweise anbieten zu können und gewisse Vorurteile aus der Welt zu schaffen. Zu diesem Zweck war ein Echo-Reporter-Team auf der Straße, um die Meinung der Jugendlichen einzuholen. Man wollte die Stimmung einfangen. Umso erfreulicher, dass scheinbar unter der jüngeren Bevölkerung eher ein positiver Umgang mit diesem Thema gesucht wird. Andrea hat sich allgemeine Gedanken über dieses weite Feld gemacht und liefert dazu erschütternde Zahlen und Fakten.
Dieses Hauptthema ist uns ein großes Anliegen und wir hoffen, dass wir mit dieser Arbeit einen kleinen Beitrag dazu geleistet haben, eine gewisse Sensibilisierung herzustellen, die es verhindert, dass Leute ihre Stimme Politikern geben, die Flüchtlinge für ihre Zwecke instrumentalisieren und dass sich mehr Menschen dafür engagieren, die Situation von Asylbewerbern in Österreich zu verbessern.
Die Redaktion
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