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Ich schreibe euch heute,
weil ich euch loben will. Ich finde es einfach klasse, dass ihr euch so sehr für die Integration von Ausländern in Österreich einsetzt. Ausserdem hat mich der Verein sehr beeindruckt, weil es nicht nur um eine bestimmte Ausländergruppe geht. Ich persönlich hatte noch keine schlechten Erlebnisse was dieses Thema betrifft. Das liegt vielleicht daran, dass ich sehr viele österreichische Freunde habe, die immer zu mir halten und die mir immer ehrlich sagen, was und warum sie manchmal nichts von Integration hören wollen. Meistens sind es Kleinigkeiten wie Kleidung und Anpassungsmangel. Unter Anpassung wissen sie eigentlich selber nicht viel zu verstehen, aber oft sind verschiedene kulturelle, religiöse und individuelle Unterschiede gemeint. Ein Österreicher kann oder will nicht verstehen warum eine türkische Frau ein Kopftuch trägt oder warum wir überhaupt eine ganz andere Lebenseinstellung haben. Für viele Inländer hört es sich ziemlich einfach an, die Mentalität abzulegen und sich auf eine total andere Lebensart umzustellen. Aber sie denken gar nicht darüber nach, wie sie sich selbst während des Urlaubs in einem andern Land verhalten. Die meisten reisen in einen Klub und sind dort mit “gleichwertigen” Menschen zusammen und haben keinen Kontakt zu der Kultur und zu der Mentalität der Einheimischen. Wir versuchen ihnen den Urlaub immer zu verschönern und unvergesslich zu machen, in dem wir ihnen eine von Herzen kommende Gastfreundschaft anbieten. Viele fühlen sich dann sogar etwas bedrängt, weil sie diese Wärme und diese Offenheit nicht kennen.
Einige der toleranten Inländer glauben, sie wären ausländerfreundlich, nur weil sie mit einem kommunizieren. Doch viele dieser wenigen merken gar nicht, dass wir nicht nur Toleranz und Schmeicheleien wollen, sondern auch Respekt und Gastfreundschaft. Die besten Beispiele für Intoleranz und Ignoranz sind die Sklaverei und die Judenverfolgung. Vielleicht schaffen wir es eines Tages die Vorurteile anderer Kulturen und Rassen gegenüber zu beseitigen und ein gemeinsames Leben zu führen, wofür wir ALLE natürlich noch viel beitragen müssen. Martin Luther King Jr kämpfte gegen die rassistischen Vorurteile Schwarzen gegenüber und musste mit seinem Leben bezahlen. Wieviele von uns müssen sterben, um “den Traum zu verwirklichen”? Aussage Martin Luther King Jr´s: “I have a dream...!” Wir haben auch einen
Traum.
Meltem, 17 Schülerin
Sehr geehrter Herr Bülent Öztoplu!
Sayin Bülent Bey,
Ich bin Abonnent der Zeitschrift Echo und gratuliere Ihnen und Ihrem Team ganz herzlich zu dieser Arbeit. Ich selbst bin 1938 in Wien geboren, habe als Sechsjähriger das Ende des Zweiten Weltkrieges und die Flucht aus dem zerstörten Wien mit meiner Mutter und meinen zwei Brüdern erlebt. In den 50-er Jahren konnten wir wieder zurückkehren und da erlebte ich dann den Wideraufbau Wiens und Österreichs. Mit 14 begann ich mit dem Studium an einer Lehrerbildungsanstalt, unterrichtete als Hauptschullehrer und gründete eine Familie. Zuletzt war ich 15 Jahre lang Schulleiter einer Hauptschule in Favoriten und seit 2 Jahren bin ich im Ruhestand. An dieser Schule im 10. Bezirk habe ich mit den Kindern der Gastarbeiterfamilien aus der Türkei und dem ehemaligen Jugoslawien gearbeitet, ihre Sorgen und Probleme kennengelernt (und ein wenig Türkisch gelernt) und diese jungen Menschen und ihre Kultur, die sie mitgebracht haben schätzen gelernt. Es war und ist mir ein Anliegen, dass wir voneinander lernen, dass die Jugendlichen Entfaltungsmöglichkeiten haben und hier in Wien und in Österreich leben können! Ja, was ist los in unserem Land? Ihr Aufsatz in Echo 28 hat mich sehr angesprochen; viele Gedanken sind auch meine Gedanken. Es ist wichtig, die derzeitige politische Situation für einen politischen und integrativen Bildungsprozess zu nützen. Es besteht für meine Generation sicherlich ein gewisser Nachholbedarf. Ich will Sie in Ihrer Aufklärungs- und Bildungsarbeit unterstützen.
Viel Erfolg für Ihre Arbeit. Cok selamlar.
Alois Krebs
Ich kam für zwei Monate nach Wien, um hier praktische Erfahrungen im Verein Echo zu sammeln. Das war eine Erfahrung die ich nie vergessen werde. Diese Eindrücke öffneten meine Augen für andere Kulturen, Religionen oder politische und soziale Hintergründe, die sich sehr von den Gegebenheiten in Irland unterscheiden. Ich hatte die Möglichkeit mit jungen Menschen türkischer, ex-jugoslawischer, bosnischer, armenischer und afrikanischer Herkunft in Kontakt zu kommen und das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Während meines Praktikums konnte ich an vielen verschiedenen Aktivitäten Echos teilnehmen. Ich war beteiligt an der Organistion von Discos oder Partys in Echo, wo aufgelegt wurde und sowohl Breakdance als auch orientalische Tänze ihren Platz hatten. Ich hatte auch die Möglichkeit dreissig spanische Jugendliche kennenzulernen, die eine Woche in Echo verbrachten und mit denen wir Ausflüge in und um Wien gemacht haben. Bei den verschiedenen workshops für die Zeitschrift, Echo-TV und Fotografie arbeitete ich mit den JugendarbeiterInnen zusammen. Ausserdem war ich zusammen mit den Echo-Securitys an der Befreiungsfeier im Konzentrationslager Mauthausen.
Die schönste Erfahrung während dieser Zeit war, dass ich mit vielen gleichaltrigen jungen Menschen gearbeitet habe. Ich war herausgefordert in diesem Praktikum, aber ich habe jede Minute genossen. Das Echo-Team und die Jugendlichen waren sehr herzlich und sogar die Tatsache, dass ich kaum Deutsch spreche war keinerlei Hindernis für meine Arbeit. Sie nahmen mich als Mitglied und als Freund in ihrem Team auf, wodurch ich mich richtig wohl fühlte. Neben den Tätigkeiten in Echo hatte ich auch Zeit Wien und seine Sehenswürdigkeiten kennenzuleren. Wien ist eine schöne Stadt und je mehr ich davon sehe, desto mehr gefällt es mir. Ich bin so begeistert von dieser Stadt, dass ich sicherlich wieder nach Wien kommen werde. Kurz vor Ende meines Praktikums kann ich sagen, dass dies die wahrscheinlich schönste Erfahrung war und ich bedanke mich bei allen für ihre Herzlichkeit, die ich sehr geschätzt habe und nie vergessen werde.
Elizabeth Garvey (21)
Hallo, liebe Echoredaktion.
Ich las ein paar Ausgaben von Euch,und muss euch zu einer sehr guten und aktiven Arbeit für die Jugend 2. Generation danken bzw. gratulieren. Jedoch musste ich in echo 26 mit großem Entsetzten feststellen, dass die Verfasser der Zeitschrift, die ich sehr schätze, einen Punkt angeschnitten haben, zu dem ich mich gerne äußern würde. Es handelt sich um das Kapitel Mädchen. Ich fühle mich von allen Seiten aus angegriffen, und hatte nicht einmal die Gelegenheit, darauf zu Antworten. Als ich mich dan fasste, ging ich daran diesen Brief an euch zu schreiben. Hier ist meine Meinung:
Wir sehen ein schreckliches Bild, wenn wir uns die Stellung der Frau im Isalm vor Augen führen. Sie gilt als Symbol der Gefangenschaft. Eine Person ohne jegliche Rechte,deren Leben nur daraus besteht, das zu tun, was der Mann ihr Befiehlt, weil es so vom Islam vorgeschrieben wurde.
Ja, dies ist gewiss die Beschreibung des Lebens der muslimischen Frau, jedoch in den Augen derer, die weder eine richtige Vorstellung davon haben, was der Islam im Bezug auf die Frau vorschreibt, noch etwas über die Islamische Kultur wissen. Sie urteilen über andere Kulturen ohne das nötige Sachwissen dazu zu haben. Meiner Meinung nach sind die (entschuldigung) blöde, nichtwissend, dem westlichen Denken folgend, durch das schlechte Darstellen der islamischen Ideologe, der ihren bessere Chancen Anwendung zu finden gewähern
und sie in den Mittelpunkt stellen, dumme Lämmer ohne Verstand, die einfach eine fremde Meinung übernehmen, ohne etwas über die Quellen und Bedeutung sowie der Betrachtungsweise, dieser zu wissen.
Wer die isalmische Kultur kennt, der weiß, dass sich die muslimische Frau vom Herzen den Geboten Allahs unterwirft, und nicht dazu gezwungen werden muss. Natürlich ist dies nicht immer der Fall, denn viele von ihnen wurden- möchte ich behaupten- von der europäischen Lebensordnung, beeinflusst, und haben sich somit meiner Meinung nach schlechte Mentalität angeeignet. Es finden sich somit viele Väter und Mütter, die ihre Töchter, bzw. Ehemänner, die ihre Ehefrau zu Dingen zwingen, die sich nicht freien Willens tun möchten. Aber dies ist nur das Ergebnis einer schlechten bzw. geringen islamischen Erziehung,die dan meist spät kommt. Wenn man aber die Scharia (def.: das in Koran u. Hadith festgelegte Gesetz, das das gesamte islamische Leben regelt) gründlich studiert und verstanden hat, muss man zu nichts gezwungen werden.
Man verlangt von den Muslimen sich zu integrieren. Darunter fällt nur allzu oft das Konzept des Kopftuchs der Frau. Was heißt denn hier also, sich integrieren?! Alle Muslimen die in einem europäischen Staat leben, halten sich auch an deren Gesetze. Es gibt aber kein Gesetzt, das das Kopftuch verbietet. Warum nicht? Weil es der Ideologie widersprechen würde, denn wie wir alle bestens wissen, zeichnet sich die Demokratie dadurch aus,dass sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt, und ihm sämtliche Freiheiten gewährt. Somit ist es auch den muslimischen Frauen erlaubt sich zu bedecken. Integration kann somit an dieser Stelle nicht als Argument stehen. Aber hier sollte man es nicht Integration, sondern eher Diskriminierung nennen.
Aber am liebsten würde man sie (die Frauen) samt Kopftüchern auf den Scheiterhaufen werfen.
Zeigt das irgendeine Spur von menschlichen - und oder ethischen Werten?? Wir wollen uns ja auch sozial immer weiterentwickeln. Tun wir das mit Gedanken solcher Art?
Das Leben der muslimischen Frau, ist nicht von Haus an schwer, es wird ihr schwer gemacht,
indem man ihr Sachen, wie die Freiheit alles zu tun (zu tragen) was ihr bliebt, vor die Augen führt. Es wird ihr schwer gemacht, indem man ihr den Eindruck vermittelt, sie sei nichts wert und dürfte keine eigene Meinung haben.
Und wer ist es, möchte ich an dieser Stelle fragen, der ihrem Äußeren keinen Wert gibt?
Es sind sicher nicht ihre Ehemänner oder ihre Väter die dies tun. Was wollen wir eigentlich damit erreichen, indem wir versuchen der muslimischen Frau das Tuch vom Kopf zu reißen? Vertiefen wir uns noch ein wenig mehr in diesen Fall, und geben ihr (was ja ihre FREIHEIT ist) kurze, enge Kleider zu tragen. Als nächstes werden wir versuchen, sie an der nächstgelegenen Ampel abzustellen, wo sie auf Kundschaft warten soll, welche ganz bestimmt sehr zufrieden mit ihrem Äußeren sein werden.
Und was erreicht man damit? Aufgrund des letzten Bildes der Frau, können wir mit Sicherheit behaupten, dass ihre Bedeckung auch zu ihrem Schutz dient, und nicht ihrer Niedermachung. Wenn man von muslimischen Frauen Interviews macht oder über sie berichtet, dann nur von solchen die gezwungen werden sich zu bedecken oder anderen Gesetzen, als jenen des Islam folgen.
Man zeigt nie eine glückliche Frau oder ein glückliches Mädchen, das den Islam begriffen hat, von ihm überzeugt ist, und ihm frohen Herzens und stolzem Haupt folgen. Warum zeigt man dies nicht? Na weil es kein “brennendes Thema” wäre. Ich möchte an dieser Stelle noch einmal wiederholen, dass die Frau im Islam keine schlechte Position hat, sondern durch westliche Denker und ihre “blinden” Anhänger in eine solche gedrängt wird.
Die absurdeste Meinung, die ich bei euch gelesen habe ist, dass türkische bzw. muslimische Mädchen, niemanden lieben dürfen, sondern gezwungen werden den Mann zu heiraten, den ihre Eltern für sie bestimmen. Genau aus diesem Grund würde ich gerne die Seiten auf der ich diese Zeilen las, in Stücke zerfetzen. Wie könnt ihr es eigentlich wagen, den Islam für die, ach wie nennt ihr es doch gleich “Probleme” der islamischen Mädchen, verantwortlich zu machen. Wenn ihr den Mädchen helfen wollt, dann sorgt euch bitte darum, dass deren Eltern eine richtige Vorstellung vom Islam erlangen, und auch nach dieser handeln. Damit würdet ihr nicht nur sie und ihre Eltern zufrieden machen, sondern auch solche Leser wie ich es bin.
Amir Covic (17)
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