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Wir, Fahreta & Magda, führten am 12. Feb. 2000 auf der Mariahilferstraße ein Straßeninterview über Kunst und befragten verschiedene Passanten zu diesem Thema und überlebten sogar eine fotosüchtige “übergewichtige” Frau, die uns hinterher lief, weil sie glaubte, wir wollten Fotos machen. Doch als sie erfuhr, dass es nur ein Interview sei, war sie genau so schnell weg wie sie gekommen war. Nun zu unseren Passanten:
Thomas (28) meinte, dass Kunst ziemlich weit weg sei und nicht mehr so interessant ist, wie sie einmal war. Seiner Meinung nach verliert Kunst an Bedeutung. Er selber interessiert sich für Fotografie. Sein Lieblingskünstler ist aber der Sänger Thomas D. Als nächstes befragten wir eine Gruppe Jugendlicher, wo aber nur Julia (15) Stellung abgab. Sie weiß aber leider nicht, was Kunst ist, aber zum Glück kennt sie eine Kunstart: Bilder! Aber Künstler, die Bilder machen, kennt sie keine. Zumindest wusste sie, was Talent ist und zwar ist Talent, wenn jemand besonders begabt ist, wenn er etwas gut kann. Sie glaubt auch, dass jeder Mensch ein Talent besitzt. Jedoch ist sie nicht der Meinung, dass Kunst zur Politik beitragen kann. Nach langem, langem, langem Suchen fanden wir endlich jemanden, der ein bisschen Zeit für uns hatte. Es war die 23-jährige Doris. Für sie ist Kunst etwas, was sie sich in ihrer Freizeit anschauen und machen kann. Sie war so nett, uns ein paar Kunstarten zu nennen: Theater, Bilder, Fotografie, Film. Und sie glaubt, dass Kunst in der Politik etwas beitragen kann und als wir es genauer wissen wollten, sagte sie nur: wegen Kritik. Nach langem, langem, langem Suchen fanden wir Milan (Student). Auf die Frage was Kunst sei, bekamen wir die Antwort “Kunst ist eine einfallsreiche Alternative zum Kleinbürgertum”. Wir gratulieren jedem, der diese Aussage verstanden hat, wir haben es nicht. Dafür interessiert sich der Milan für moderne und klassische Kunst. Sein größter Favourit ist Hansi Hinterseer. “Talent ist eine natürliche Gabe für verschiedene Dinge”, meinte Milan, “und jeder Mensch hat so eine Gabe”. Wieder etwas, was wir nicht verstanden haben war, dass Kunst nur indirekt zu Politik beitragen kann.
Diesmal ging es etwas schneller mit unserem Suchen nach neuen Opfern. Wieder eine Doris (18). Sie findet, dass es für jeden etwas Individuelles an der Kunst gibt. Sie selbst bevorzugt Musik. Für sie ist Musik die größte Kunst und tanzen zu können (wahrscheinlich kann sie es nicht). Aber lesen kann sie sicher, deshalb mag sie Literatur. Für sie ist Talent, dass man was gut kann und sie findet, dass jeder Mensch es auch hat. Auf die Frage, ob Kunst zur Politik etwas beitragen kann, meinte sie: “Kann schon sein, die Politik ist viel zu eingeschränkt!”
Dann erkannten wir aus 100m Entfernung einen ganz lieben Menschen, der sicher ein paar Minuten Zeit für uns haben würde, doch leider ging er nur an uns vorbei, als hätte er uns gar nicht gehört.
Nun mussten wir wieder ein Opfer suchen und zwangen die 15-jährige Daniela, uns ein Interview zu geben. Für sie ist Kunst gute Musik, Zeichnungen, Bilder und Ausstellungen, wo diese Bilder gezeigt werden. Sie kennt zwei Künstler: Picasso und Monet. So wie für die meisten ist Talent für sie etwas, das man gut kann, und wie jeder gesagt hat, hat jeder Talent von uns.
Interviews: Fahreta Cirak (17)
Magda Wabik (17)
Echörterbuch:
Kleinbürgertum: Ich glaube, er meint Leute, die nur nach bestimmten Regeln leben und immer sehr angepasst und “normal” sein wollen.
Favorit: Jemand, den man von einer bestimmten Gruppe für den/die Beste/n hält.
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