hauptthema

Warum wir an der Demonstration gegen Rassismus teilgenommen haben...

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Wir fordern Respekt
Daniela Busic als Sprecherin für Echo und die 2. Generation vor dem Parlament

Mein Name ist Daniela. Ich bin 17 Jahre alt, Schülerin und arbeite in meiner Freizeit beim Projekt ECHO mit. Ich spreche hier stellvertretend für die 2. Generation, der ich mich auch zugehörig fühle.

Ich habe die Prognosen dieses Wahlkampfes genau mitverfolgt und war entsetzt darüber, wie hetzerisch er geführt wurde, und das Wahlergebnis brachte mir auch keine Erleichterung.

Die Menschen, die hier in diesem Haus arbeiten, vor dem wir stehen, haben bei diesem Wahlkampf mitgespielt - wo sind sie jetzt nach der Wahl?
Das Parlament sollte „Schiedsrichter“ spielen, um diskrimierende Wahlkampfmitteln zu verhindern. Nichts wurde angeboten, nichts Entscheidendes für unsere Gesellschaft, nichts wurde der Hetze entgegengesetzt.

Wir, die 2. Generation, fordern eine bessere Zukunft für unsere Nachfahren - die 3. Generation. Menschen werden für kriminell gehalten wegen ihrer Hautfarbe, ihrer Religion und ihres Denkens. Wir, die Jugend, sind zukunftsentscheidend. Wenn wir ein gutes Beispiel geben und uns gegen Rassismus auflehnen, dann haben wir schon einen Riesenschritt gemacht für eine hasslose Zukunft. Wir sind voller Hoffnung hergekommen, um unseren Zorn einstimmig zum Ausdruck zu bringen.

Echo hat aus uns das Potential herausgeholt, um uns für den eigenen Zweck durchzusetzen. Ich kann nicht sagen, dass diese Demonstration den Rassismus für immer aus den Weg schaffen wird, aber es gibt uns eine Vision, da sich doch so viele Menschen für die Menschenrechte der Ausländer interessieren.
Die 2. Generation besucht österreichische Schulen und sitzt mit österreichischen Jugendlichen in einem Raum, und doch werden sie auf Grund ihrer Herkunft für zukunftslos und hoffnungslos abgestempelt.
Egal, was verbrochen wurde, es war sicher ein Ausländer, denn Ausländer sein, heißt: zugleich kriminell zu sein. Ich war oft Zeuge, dass die Polizei einen Jugendlichen angehalten und durchsucht hat, weil dieser Jugendliche schwarz war. Diesen Menschen wird Unrecht zugefügt, denn der Stolz und die Ehre wurden zutiefst verletzt.

Amnesty International hat auf einer ihrer Listen Österreich als ein Land bezeichnet, wo mehrmals Menschenrechte verletzt wurden. Auf dieser Liste werden Zahlen und Fakten dargestellt, doch sollte man diese Menschen nicht als eine Zahl ansehen. Sondern als Menschen, denen Leid zugefügt wurde. Menschen, denen das Recht entnommen wurde.

Ich komme aus Kroatien, einem Land in dem Krieg herrschte. Sie alle - meine Damen und Herren - wissen , dass Kriege Brüder und Schwestern trennen können, Hassgefühle hervorrufen und Missachtung des Gegners herbeiführen. Jetzt leben wir friedlich hier in Ihrem Land, das uns zwar nicht gastfreundlich, aber doch aufgenommen hat.

Die 2. Generation im Echo wird gebildet von Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft und Nationalitäten. Wir bewegen uns alle in einem 400m2 Raum, ohne uns zu hassen.
Dann verlangt man von uns, dass wir uns anpassen sollen und dazu sagen wir: “NEIN DANKE“. Wir wissen gar nicht, an was wir uns anpassen sollen. Ihr müsst uns nicht ins Herz schließen oder bevorzugen, nein.
Wir verlangen, fordern und wünschen uns, dass ihr uns Rechte und etwas Respekt zukommen lasst. Ich könnte ein Bindhi oder ein Dirndl tragen, oder auch ein Kopftuch aufsetzen. Trotzdem wäre ich nicht eine Inderin, Türkin oder Österreicherin. Ich wäre immer noch in meinem Herzen ich, und dieses Ich möchten wir behalten.

Ich habe keinen Hass auf Haider bzw. die Wähler, die für die FPÖ stimmten, aber ich zeige auf meinen Nachbarn, der mich als „fremd“ diskriminiert und mir verachtend den Rücken zuwendet.

Lasst Omofuma sprechen, denn auch er demonstriert heute mit uns.
Lasst Abgeschobene sprechen, denn ein Stempel entschied, dass sie hier in Österreich nicht leben dürfen.
Lasst die Menschen, die schutzlos unter dieser Hasspolitik leiden und diskriminiert werden, sprechen.
Lasst uns überhaupt Hand in Hand gemeinsam gegen Rassismus auftreten.
Lasst uns aus Österreich eine Heimat machen, auf die wir gemeinsam stolz sein können.


Daniela Busic (17)