Mariahilferstrasse: es ist kalt (sehr, sehr kalt), die Frisur sitzt.
Stephansplatz: es ist windig, dennoch sitzt die Frisur.
Heldenplatz: meine Kollegin quatscht mich voll, die Frisur hält noch immer stand.
Was ich mit diesen drei Sätzen sagen möchte, ist: Ich und meine Kollegin haben jedes Wetter durchhalten müssen, nur um euch darüber zu infomieren, was Integration ist. Was ist Integration? Wo funktioniert Intergration? Wie ist eine Integration möglich?... Was zustande gekommen ist, ist sehr verschieden, aber alle meinen dasselbe na ja, fast dasselbe...
Was ist mit Österreichern und Jugoslawen, wie könnten sie sich verstehen?

Safir: Ich mit Österreichern? Eigentlich ganz gut, so lange sie mich akzeptieren. Da hab ich sicher auch nichts gegen die, weil ich lebe in diesem Land, krieg mein Geld, arbeite für dieses Land, also ich habe kein Problem. Man darf keine Vorwürfe haben, man darf nicht zu eilig irgendwelche Entscheidungen treffen, über irgendjemand anderen. Man muss sich einmal kennenlernen, sich erstmal in dieses Leben hineinleben, man muss die Österreicher auch verstehen. Sie sind hier in einem Land mit so vielen Ausländern. Da muss man die auch verstehen, aber sie sollen auch uns verstehen. Für mich ist Österreich ein Land, wo ich mein Geld verdiene, ein Land, wo ich meine Gedanken frei laufen lassen kann.

Jasmin, 18: Wenn man in eine Gesellschaft integriert wird als Ausländer, das ist Integration. Mein Vater ist Ägypter, meine Mutter ist Österreicherin. Mein Vater fühlt sich nicht wirklich wohl in Österreich, was ich so mitbekommen habe, weil er mit der Mentalität der Österreicher nicht ganz zurecht kommt. Ich kann damit leben, weil ich da geboren bin.
Und akzeptierst du auch andere?
Jasmin: Ja, eigentlich schon. Kommt darauf an, wie die sich verhalten. Ich meine, das hat nichts mit dem Volk zu tun, weil jeder Mensch ist Mensch. Man kann nicht sagen, das Volk ist so und so. Kommt darauf an, wie sich ein Mensch verhält.
Anton, 16: Zum Beispiel Ausländerintegration: in die Gesellschaft integrieren.
Melanie, 16: Da muss das ganze Verhalten von den Österreichern und von den Ausländern natürlich zusammenstimmen. Weil, wenn beide ein schlechtes Verhalten aufweisen, wird sich dadurch keine Integration ergeben.
Woran sieht man, dass man sie integriert?

Anton: Zum Beispiel im Schulwesen, dass man ...
Melanie: ... verschiedene ethnische Gruppen aufnimmt. In öffentlichen, nicht in privaten Schulen.
Gerti, 48: Wenn Fremdländer, also Ausländer und Österreicher miteinander leben können. In dem man sich bemüht zusammen zu leben trotz der verschiedenen Ansichten und Kulturen, Religionen; dass man sich bemüht, den anderen zu verstehen, glaube ich.
Kann man eigentlich falsch integrieren?
Gerti: Das Zwingen einer Anpassung ja, das würde ich meinen, dass das falsch ist.
Wie verstehst du dich mit Ausländern?
Sarah, 12: Kommt drauf an, so wie mit Österreichern halt, aus unserer Klasse. Ich achte darauf, ob sie nett sind oder nicht.
Hüseyin: Integration hat mit Österreichern was zu tun, weil die Gedanken von denen und von mir sind ganz anders. Die Kultur, alles ist verschieden. Ich kann mich denen einfach nicht anpassen.
Mit denen aus meiner Arbeit muss ich mich ja auch irgendwie verstehen, weil ich krieg Geld von dort, ich muss auch was leisten. Ich kann die nicht frech ansprechen oder irgendwas.
Was ist für dich Österreich?
Hüseyin: Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Meine zweite Heimat.
Man darf keine Vorwürfe haben, man darf nicht zu eilig irgendwelche Entscheidungen treffen, über irgendjemand anderen.
Karl, 34: Zusammenführung verschiedener Kulturen. Tolerant sein.
Barbara, 26: Das Einbinden von Menschen verschiedenartiger Herkunft, die hier in Wien leben. Nicht ausgrenzen, und alle Menschen gleich behandeln.
Wo beginnt eine Integration?
Karl: Überall, bei jedem.
Barbara: Zu Hause, in der Arbeit.
Was könnte eine Integration beschleunigen?
Karl: Die richtige, neue Regierung.
Angelika, 18: Integration ist das Regeln des Zusammenlebens.
Freundin: Aufnehmen in die Gemeinschaft, ins eigene Leben integrieren.
Können Ausländer irgendetwas zu dieser Integration
beitragen?
Angelika: Sie können sich an die Regeln der Gesellschaft halten. Es muss nicht heißen, dass sie ihre Religion und Kultur aufgeben, jeder kann machen, was er will, so lange es andere nicht stört. So hab ich das gemeint.
Das muss irgendwie in das Hirn der Leute rein, dass es keine Menschen unterschiedlicher Klasse gibt.
Wodurch kann Integration besser werden?
Passant 1: Ich glaube, das ist Überzeugungsarbeit. Das muss irgendwie in das Hirn der Leute rein, dass es keine Menschen unterschiedlicher Klasse gibt. Wenn die Ausländer nicht in Wien wären, dann wäre Wien nicht Wien. Im Moment ist halt die Stimmung wahnsinnig schlecht durch diese Polarisierung durch die Äußerungen gewisser politischer Parteien, dadurch ist das ganze noch mehr aufgewühlt worden. Die Stimmung hat sich dadurch wahnsinnig verschlechtert.
Passant 3: Es ist dann o.k., wenn die Leute, die herkommen, die Sprache beherrschen. Man muss die Sprache mindestens zu 70% beherrschen. Wenn ich in einem anderen Land lebe, muss ich mich anpassen. I kann net in die Türkei ziehen, und dort meine Freundin oben ohne rennen lassen, das passt einfach net, dann krieg ich sicher Probleme. Jeder soll seine Kultur beibehalten, er muss sich aber integrieren. Im Supermarkt muss er verstehen, wenn die Verkäuferin sagt: das kostet es, er muss sagen, o.k. passt, und nicht Ich nix verstehn. Des ist net o.k., find ich.
Hatten Sie schon Konflikte mit Ausländern?
Passant 3: Öfter. Die hätt ich genauso mit Inländern auch haben können, die Konflikte, das ist wurscht. Es macht keinen Unterschied, ob du einen Konflikt mit einem Ausländer oder Inländer hast. Wenn einer deppert ist, dann ist er deppert, wurscht ob er Österreicher ist oder Türke, Kroate oder Serbe, das ist wurscht.
Fotos und Interviews: Mario Gorickic (17) und Daniela Busic (17)
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