Kultur

Die Utopie als wegweisendes Mittel

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Eine kurze Einführung in die Geschichte der Utopie und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit.

Das Wort Utopie kommt aus dem Griechischen und bedeutet im wörtlichen Sinne übersetzt „Nicht-Ort“, also ein Ort der nicht existiert. Das Wort wurde vom englischen Autor Thomas More durch seinen Roman „Utopia“ geprägt.
In der heutigen Zeit werden Romane oder Science Fiction Filme die sich mit neuen Regierungsformen, gravierenden wissenschaftlichen und technologischen Erneuerungen auseinandersetzen und Welten kreieren die diesen Hintergrund haben, als Utopien bezeichnet. Im Vordergrund stehen aber eher die gesellschaflichen Folgen die damit einher gehen könnten. Die Utopie im eigentlichen Sinne ist die Urform der Science Fiction.
Früher waren Utopien Ausdruck von Kritik an der politischen Lage eines Landes. Die treibende Kraft war die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, auf Verbesserung der gesellschaftlichen Um-stände. Man kann sogar sagen, dass das Kommunistische Manifest von Marx eine Utopie war.
Mit Anfang der rasanten technologischen Entwicklung im 20. Jahrhundert kamen andere Utopien auf. Den positiven politischen Gesellschaftsutopien folgten negative Utopien welche die Fehler von politischen Denksystemen und die Gefahren der Technologisierung und Genmanipulation darstellten. Der Feind ist meistens eine absolutistisch geführte Regierung welche es nicht zulässt, dass der Mensch im Staat ein
Individuum bleibt sondern nur ein Rädchen in einer gut geölten Maschine (zum Beispiel George Orwells 1984 (siehe Echo 26) oder Aldous Huxleys Brave New World). Hier spiegelt sich die Angst vor der Technonolgisierung und dem damit einhergehenden Verlust der Individualität wieder. Aber anstatt ein Konzept anzugeben, das man anstreben könnte, wird das Negativste einer Entwicklung vorhergesagt. Die Utopie veränderte sich von positiver Kritik in Richtung Warnung vor dem Schlimmsten. Das Streben nach Veränderung wurde zum Streben nach Innehalten. Die Helden dieser negativen Utopien waren meistens Individuen, die etwas ändern wollten und sich gegen das übermächtige System auflehnten, aber letztendlich zum Scheitern verurteilt waren. Damit wird die Warnung jetzt etwas zu tun noch verstärkt, denn dann könnte es zu spät sein.
Heute wird die Utopie eigentlich nicht mehr gebraucht um die Gesellschaft zu ändern, denn gesellschaftliche Zwänge sind nicht mehr so streng, dass man sie zu durchbrechen bräuchte. Wir sind eine mehr oder weniger „offene Gesellschaft“ die keine Utopien für eine Verbesserung will. Die eigentliche Utopie liegt nur noch bei einem selbst. Sie besteht darin, dass man eigene Wünsche erfüllt und Ziele erreicht. Es ist eine persönliche, subjektive Utopie entstanden.
Natürlich gibt es auch neue Utopien, die als positiv gewertet werden können. Die Bildung eines Computerstaates in dem alle gleich und frei sein können. Doch die Sache mit der Gleichheit wird nie erfüllt werden können, denn nicht jeder besitzt einen Internetanschluss oder das Geld so etwas zu finanzieren. Ich sehe diese Utopie eher als eine Flucht aus dem Alltag an, der jedem über den Kopf gewachsen ist. Wichtig ist, dass nicht mehr die gesellschaftlichen Umstände sondern der Mensch selbst als unvollkommen empfunden wird und einer Veränderung bedarf. Die technologischen Erneuerungen und Verbesserungen in unserem Leben sind zu schnell vorangeschritten und schreiten immer noch schnell voran, dass der Mensch als überholt gilt und diesem Strom an Neuem nicht mehr Herr wird. Die neue Utopie will die Veränderung des Menschen, die Anpassung an die Technik und an die Verbesserung der Gesellschaftsstruktur. Selbst wenn es viele Kritiker der Gentechnologie gibt, wird sie als Ausweg dafür gesehen, den Menschen zu verbessern. Die neue Hoffnung wird laut, dass sich der Mensch auf einer weiteren Evolutionsstufe befindet, er will neu erschaffen werden.

Quelle: Trendpaket Beate Großegger, Bernhard Heinzlmaier, Manfred Zentner/ österreichisches Institut für Jugendforschung


Solaris von Stanislaw Lem


Der Psychologe Kelvin befindet sich auf einer Mission zum Planeten Solaris. Der Planet ist von einem Ozean überzogen, der eine Lebensform ist. Den Menschen ist es bisher nicht gelungen in Kontakt mit der Lebensform zu kommen.



Kelvin erreicht die Station, die zur Erforschung des Planeten oder besser gesagt dessen Ozean erbaut worden war. #Auf der Station befinden sich drei Wissenschaftler; ein Kybernetiker namens Snaut, ein Physiker namens Sartorius und Kelvins Kollege Gibarian, ein Psychologe. Kelvin trifft als erstes auf Snaut, der sich ihm gegenüber sehr seltsam verhält und eröffnet, dass Gibarian Selbstmord begangen hat. Außerdem warnt Snaut Kelvin vor etwas, auf das er nicht näher eingeht, oder eingehen will. Kelvin will zuerst untersuchen, warum sich Gibarian selbst getötet hat
und macht dabei Bekanntschaft mit einer seltsamen Erscheinung, einer schwar-zen Frau. Auch der Physiker Sartorius verhält sich ihm gegenüber so seltsam wie Snaut, besser gesagt er bleibt nur in seinem Labor und versucht gar nicht über den Selbstmord zu reden. Das seltsame Verhalten der zwei anderen auf der Station, die Erscheinung und die bedrückende Stimmung auf der Station lassen Kelvin an seinem Verstand zweifeln. Als dann auch noch seine verstorbene Frau Harey auftaucht, beginnt für Kelvin eine schwierige Konfrontation mit sich selbst und dem Wesen des Planeten. Diese Konfrontation stellt alles in Frage, was bis dato über die Lebensform, den Ozean, geschrieben wurde.
Das Buch ist sehr philosophisch und unter einem wissenschaftlichen Standpunkt geschrieben, aber trotzdem spannend wie ein Krimi. Auf jeden Fall ein Buch zum Nachdenken und empfehlenswert.


zusammengesellt von Julia Schindelar & llja