Kultur

Erci-E im Echo

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Wir „echo“ haben Erci-E (das E kommt vom Nachnamen Ergün) am Samstag den 24. September 1999 eingeladen und haben ihm ein paar Fragen gestellt.



Warum ist die Gruppe Cartel nicht mehr zusammen?
Cartel war überhaupt keine vereinte Gruppe. Es waren drei Gruppen, die zusammen gekommen sind: CINAYET SEBEKE (Mörderische Bände), KARAKAN (Schwarzes Blut) und ich als ERCI-E. Es war nur ein Projekt. Wir haben uns gedacht, dass wir uns zusammenschließen, weil wir an das Gleiche gedacht haben, die erste türkische Rap-Gruppe. Dass es in der Türkei erscheinen wird, hätten wir uns nie gedacht. Wir haben auch nie gedacht, dass es so ein großer Erfolg wird.

Wieviele Alben hast du?
Ich habe ein Soloalbum gemacht nach Cartel. Es heißt SOHPET (Plauderei) und jetzt nehme ich ein Album in Berlin auf, das fast ausschließlich Deutsch sein wird, weil mein letztes Album war nur Türkisch. Ich finde das sehr schön, dass ich in zwei Sprachen schöpfen kann, in Deutsch und Türkisch.

Wie hast du es geschafft, dass, wenn die Mädchen deinen Namen hören gleich zum Zittern anfangen?
Damit habe ich nichts zu tun, das spielt für mich keine Rolle. Hauptsache, ich mache die Musik, auf die ich einen Bock habe und das ist das Wichtigste für mich.

Hörst du dir immer Rap-Musik an?
Nein, ich höre mir natürlich auch andere Musikarten an wie zum Beispiel: Jazz, Hiphop,
Soul, Raggae, Funk und natürlich türkische Musik.
Die Lieder in eurem Cartel-Album, sind diese Lieder aus Geschichten, die ihr wirklich erlebt Nicht genau erlebt, aber bei der Kunst ist es ja so, dass man auch etwas dazu erfinden und etwas übertreiben muss, damit einige Sachen deutlicher werden und mehr Fantasie haben muss, um eine Geschichte zu erzählen, die etwas aussagt. Also es ist kein Wahrheitsbericht.

Vielleicht geht uns das nichts an, aber hattest du in Deutschland schon Raufereien gegen Nazis oder dergleichen?
Na ja, also was das angeht, Berlin ist auch ein hartes Pflaster. Da ist alles schlimmer als woanders, aber das heißt noch lange nicht, dass jetzt horrorfantasiemäßig jeden Tag die Schlägereien und Ermordungen herrschen. Aber es geht auch nicht um die Gewalt, die man merkt, sondern um die unterschwellige Gewalt - die wirkt sich viel mehr aus, weil, wenn man manchmal das Gefühl hat, man ist nicht akzeptiert, wenn man das Gefühl hat, man gehört da nicht dazu, dann braut sich etwas zusammen, was später sehr ungesund sein kann. Deswegen versuchen wir mit der Kunst etwas dagegen zu bewirken.


Wir bedanken uns für die schöne Reportage und verabschieden uns von Erci-E.

bearbeitet von:

GÖKHAN GÜNEY (16)