kultur

Bog i Zdravo (Grüß Gott und Servus)

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Eine Führung durch die Treffpunkte der serbokroatischen Jugend in Wien

Diesmal heißt es für das Echo Team, die Ottakringerstraße unsicher zu machen. Der Grund? Wir wollten wissen was machen die ganzen serbokroatischen Jugendlichen wenn sie gerade nicht schlafen. Wieso die Ottakringer? Weil sie voll mit serbokroatischen Lokalen sind (Leonardo, Duga, Dallas, Bon, Labyrinth, Royal,...). Das sind eigentlich nur Lokale, um sich hinzusetzen und um etwas zu trinken oder auch eine Partie Pool, aber richtige Treffpunkte für Jugendliche sind Nachtwerk oder Miami. Eigentlich ist das Nachtwerk das beliebteste, weil da öfter berühmte Sänger aus Jugoslawien kommen und Live auftreten. Der Eintrittspreis hat darauf überhaupt keinen Einfluss, der bleibt immer gleich.
Wie auch immer, das Nachtwerk und Miami sind der Renner für die Jugendlichen aus dem ehemaligen Jugoslawien.
Unseren Start machten wir im Leonardo, eigentlich sollte das Leonardo nach unserer Information voll sein. Wir fragten nach, wo alle geblieben sind, und wir kriegten die Antwort : Alle sind ins Nachtwerk gefahren.

OK, das tut nichts zur Sache, wir haben noch andere Lokale zu besichtigen. Aber wir haben uns dennoch hingesetzt, um die Lage zu checken.
Es war recht gut, man hat recht viele Möglichkeiten zu machen was man wollte. Pool, Dart, Fernsehen und einen Computer gab es auch. Mit ein paar Jugendlichen haben wir uns unterhalten, darunter Mario Grgic aus Bosnien, der war so freundlich ein Interview zu geben und uns zu sagen, was er über die Lokale und was er über seine Heimat und Österreich denkt.





echo: „Die serbokroatischen Jugendlichen sind nicht oft zu sehen. Sie stehen alle irgendwie im Hintergrund. Ihr seid nicht so oft wie die türkischen Jugendlichen zu sehen. Unsere Frage wäre, wo ihr euch aufhaltet und warum?“
Mario: „Tja, wir gehen fast nur in unsere Lokale, wir mögen diese Musik, „jugoslawische“, wir hören auch englische, und was wir machen ist verschieden, Leute die arbeiten sind meistens müde und gehen daher nur am Wochenende aus, und wenn dann selten. Manchmal besuchen wir auch österreichische Lokale oder Discos wie z.B. die Fun Factory, dort waren wir ungefähr zehn mal, und dann auch, weil manche österreichische Freunde haben. Unsere Tradition ist es, dass wir alle (serbokroatische Jugendliche) zusammen sind.“
echo: „Habt ihr Probleme in solche Discos reinzukommen?“
Mario: „Eigentlich nicht, nein.“
echo: „Seit ihr in größeren Gruppen unterwegs oder zu zweit, zu dritt?“
Mario: „Ja bei uns ist es so, wir sind zu zehnt, und wir verstehen uns auch mit den anderen die jetzt nicht mit unserer Gruppe sind, ganz gut. Wir waren damals schon in dieser Menge und wir werden so bleiben.“
echo: „Hast du Angst, dass eure Gruppe einmal auseinander geht?“
Mario: „Eigentlich habe ich keine Angst, aber es können schlechte Zeiten kommen, wo wir auseinander gehen könnten, aber sonst habe ich keine Angst.“
echo: „Seid ihr überhaupt nicht in Parks?“
Mario: „Im Park?! Ja, manchmal schon. Aber da sind auch andere. Manchmal wenn wir jemanden anschauen, dann fragt er dich `was schaust so blöd`. Wir haben überhaupt keinen Platz mehr wegen denen.“
echo: „Wie gefällt dir Österreich?“
Mario:“ Mir gefällt Österreich ganz gut, aber ich als Ausländer kann z.B. nicht wählen, obwohl ich schon über achtzehn bin und sehr lange in Österreich lebe.“
echo: „Würdest du nach Bosnien zurück wollen?“
Mario: „Ja, ich würde schon, aber ich kann nicht mehr. Im Moment ist es unmöglich, weil man unten keine Arbeit findet. Also jetzt sicher nicht, in zehn Jahren vielleicht.“So, wir machten uns auf den Weg zum Dallas, hundert Meter vom Leonarndo. Wir haben ein Auge reingeworfen, natürlich haben wir nicht wirklich eines reingeworfen aber siehe da, eigentlich sind nur ältere Leute zu sehen. Es ist schön anzuschauen, dass sich ältere Leute vergnügen können.
Solala wir gingen weiter zum Melon. Es sollte eigentlich voll mit Jugendlichen sein, ist es aber nicht, wurde eigentlich schon unheimlich, wo die ganzen Leute hin sind. Wir fragten nach. Alle im Nachtwerk sagte man uns. Es wurde wirklich zu blöd, dass wir gerade diesen Tag erwischt haben, wo alle im Nachtwerk sind. Unsere letzte Hoffnung blieb nur das Royal, aus eigener Erfahrung sind dort sehr viele Jugendliche. Wir gingen also gemütlich rein. Was ist zu sehen: Nichts!! Was ist los bitte, ist es eine Verschwörung gegen Echo? Wir mussten nicht nachfragen, wo die ganzen Leute sind, das wussten wir schon Wir wollten aber wissen, was ist im Nachtwerk so besonderes los.
Da ging zufälligerweise, aber nur zufällig, ein junges Mädchen an uns vorbei, und ich habe ohne zu zögern nachgefragt, wieso alle im Nachtwerk sind. Sie erzählte uns, dass ein berühmter Sänger Namens Aca Lukas einen Auftritt hat, und dass er das Idol der Jugend heutzutage ist.
Tja, und wir gingen weiter. Ohne jede Hoffnung in andere Lokale. Wie auch nicht anders erwartet, dort war auch nur eine kleine Menge zu sehen. Aber liebe echo-LeserInnen: nicht, dass wir die ganzen serbokroatischen Lokale schlecht aussehen lassen möchten, nein, wir haben nur einen schlechten Tag erwischt, aber meiner einer kann euch garantieren, dass da öfters die Post abgeht. Nur, dass der Aca Lukas vor uns da war, aber wenn es nur das wäre. Das Idol der heutigen Jugend ist nicht einmal aufgetreten. Naja, wenigstens habe ich mir die Kassette von ihm gekauft, um ihn mal anzuhören, und ich muss sagen, er singt wirklich gut.
Aber eines noch, die Leute, die diese Nacht im Nachtwerk waren, können einmal den Enkelkindern erzählen, dass sie auf das Aca Lukas Konzert gefahren sind, um ihr Idol nicht auftreten zu sehen.





Mario Gorickic (17)