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Science Fiction = unentdeckte Möglichkeiten

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Auf meine Frage, was man mit Science Fiction assoziiert, wurde mehrmals mit Star Trek oder StarWars geantwortet. Das gängige Klischee über Science fiction ist, dass sie unrealistisch ist, zu phantastisch um wahr zu sein. Andere bewohnte Planeten, Außerirdische und neue Technologien sind ja auch etwas, das zur Zeit nun tatsächlich nicht unserem Wissensstand entspricht.

Science Fiction ist mehr als bloß albernes Herumschießen im Weltall.

Wußtet ihr, dass schon die alten Griechen utopische Texte verfassten? Und das Science Fiction nicht mit Fantasy zu verwechseln ist, obwohl das oft gemacht wird (die Vermischung der beiden Genres bezeichnet man dann als Science Fantasy)? Science Fiction ist Fiktion, die von der Wissenschaft inspiriert wird. Meistens werden neue Erkenntnisse und Theorien aus Wissenschaft (und auch Politik, siehe Buchtip) verwendet. Aber davon zu sprechen, dass nur Wissenschaft das Wesentlichste an Science Fiction ist, wäre falsch. Science Fiction bedeutet viel mehr „was wäre wenn“. Sie beschäftigt sich mit Möglichkeiten, in der Zukunft und in der Vergangenheit. Das beste Beispiel für Science Fiction, die ohne neue Technologien oder Außerirdischen arbeitet, sind die alternativen Geschichten. Stellt euch vor Hitler hätte den zweiten Weltkrieg gewonnen, wie sähe die Welt wohl heute aus? Wären wir dann überhaupt auf dieser Welt? Wenn ja, wie würden wir dann leben?

Das Faszinierenste an Science Fiction ist die Kombination von „was wäre wenn“ und einer mehr oder weniger intelligenten Story.


Ich bin der Meinung, dass Science Fiction wichtig ist, denn sie behandelt eventuelle Konsequenzen, die aus falschen Ideologien oder wissenschaftlichen Fortschritten resultieren können. Science Fiction denkt nach und weist auf Fehler hin, die übersehen wurden. Sie entwickelt die extremsten Folgen, die dadurch entstehen könnten. Science Fiction bedeutet Fortschritt und ist der Spiegel der Gesellschaft oder besser gesagt ist sie ihre Hoffnung, Vorstellung und Befürchtung zugleich. Selbst wenn manche Ideen zu düster und nicht wirklich vorstellbar sind, sollte man sich doch näher damit beschäftigen und auf den tieferen Sinn eingehen. Ich glaube nämlich fest daran, dass die Menschheit auch aus nur erdachten Fehlern lernen kann. In der heutigen Zeit muß sie das auch, denn wir entwickeln oft Technologien die einfach tiefgreifende, weltumfassende Änderung bedeuten kann.

Natürlich gibt es auch Science Fiction, die allein darauf abzielt zu unterhalten.


Aber neben aller seriösen Literatur und Filmen mit Aussage im Science Fiction Bereich gibt es auch Science Fiction, die einfach nur da ist, um Spass zu machen. Video- und Computerspiele, Comics, natürlich auch Filme und Bücher, die mehr der Unterhaltung dienen als den Konsumenten zum Denken anzuregen. Leider sind diese Formen von Science Fiction weit verbreitet und stärken die gängigen Klischees wie: „Alles viel zu technisch.“ oder „Das ist so unrealistisch, ich weiß gar nicht, was ich damit anfangen soll, weil ich keinen Bezug zu meinem Leben sehe.“

Und das ist der Knackpunkt, die Menschen sehen den Bezug zum eigenen Leben nicht gleich sondern nur das drumherum der Geschichte, die Raumschiffe, die Aliens usw.


Das Publikum wird einfach übersättigt und hat nicht mehr wirklich die Zeit sich mit dem eigentlichen Thema, das behandelt wird, auseinaderzusetzen. Man kann nur für die Zukunft hoffen, dass wir mehr auf das hören, was uns die Science Fiction zu bieten hat (und das sollte keine Utopie bleiben).

Julia Schindelar (18)