hauptthema

Vom Installateur zum Musiker

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Eden. Ja, das ist ein anderes Wort für Paradies. Aber es ist auch das neue Projekt der Gründer von MC Sultan. MC Sultan, die mit ihrer letzten Platte „super ethno astronaut“ eine tolle Mischung aus westlichem mit östlichem Stil, deutsch-, englisch-, französisch, italienisch- und türkischsprachiger Musik geliefert haben. Eden, das neue „Baby“ von Özden, Metin und Vlado, ist von der Grundidee sehr ähnlich, aber diesmal liegt der Schwerpunkt eher beim östlichen Bestandteil.

Der Plan, eine CD für die türkische 2. Generation zu machen, Bestand aber nie, eher im Gegenteil, wie Özden im Interview behauptet: „Die Musik ist ja eine Sprache an sich, die internationalste Sprache überhaupt. Wir wollen unsere Musik einfach Leuten präsentieren, die sie annehmen, die aufgeschlossen genug sind, um sie zu hören.“

Beim letzten Echoabend sind Teile von Eden auch schon aufgetreten, aber mit einer speziellen Formation („Euroanatolian Messages“) und einem eigenen Programm für diesen Anlass.

Zu diesem Zeitpunkt war die CD auch noch nicht heraussen. Aber jetzt ist alles fertig: von Metin und Özden stammen die Texte und die Musik, Vlado war als Produzent und teilweise als Komponist tätig. Zusätzlich gibt es noch viele Gäste zu hören. So erklärt Özden: „Die Aufnahmen fanden in Istanbul, in London und in Wien statt. Und so haben sehr viele verschiedene Gastmusiker ihr Gewürz zu dieser Platte dazugegeben.“
MC Sultan ist nicht gestorben, aber seit der Kündigung des Plattenvertrags eher in den Hintergrund gerückt. Im Moment ist Eden das aktuelle Projekt und für Özden die Möglichkeit, seine Vorstellung vom Leben zu verwirklichen: „Einfach dort zu sein und dort zu musizieren, wo ich mir denke, dass man dort meine Musik fühlt und die Leute horchen zu und mögen es. Ich möchte halt mit meiner Musik Leute ansprechen und nicht nur Platten verkaufen.“ Ob das jetzt mit Eden oder mit einem anderen Projekt verwirklicht werden kann, ist ihm nicht so wichtig, im Moment entspricht Eden aber genau dem. Und laut Özden wäre es natürlich „am schönsten, dass eine Ding immer mehr hochzuziehen und immer besser zu gestalten.“ Aber auch örtlich legt sich Özden nicht fest.

Geboren wurde er in der Türkei, lebt aber seit seinem 12. Lebensjahr in Österreich. Zurück in die Türkei möchte er nicht unbedingt, im Moment fühlt er sich dort viel weniger zu Hause als in Österreich. Aber auch hier bleibt er nicht unbedingt für immer: „Ich brauche Abwechslung. Und wenn ich irgendwie erfolgreiche Musik machen will und weiterkommen will, darf ich auch nicht an einem Punkt herumhocken.“ Überhaupt ist der Frage nach „Heimat“ für Özden nicht hundertprozentig beantwortbar. Woher man kommt, was man jetzt als seine Heimat bezeichnet, dass „sollte mittlerweile fast gleichgültig sein. Wo man ist, macht man „sein“ Ding und jeder Mensch sollte damit auskommen und mit dem leben, was er gerade hat und soll versuchen, Sachen besser zu machen und Sachen voranzubringen. Ich vermisse meine Heimat, ich will öfters in der Türkei sein, aber ich muss sagen, ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich dort den Rest meines Lebens verbringen könnte.“





Özden ,Mario ,Umut,Ewald und David


Auch mit Echo verbindet den 24jährigen einiges. Auf die Frage, was Echo für ihn bedeute, antwortete er: „Echo bedeutet für mich natürlich sehr viel. Ich weiß, dass Echo aufgeschlossen genug ist für Kultur, Musik und Kunst. Das sieht man zumindestens einmal im Jahr am Echoabend, wo die Jugend selbst am Podest steht. Es ist eben so in Echo, dass die Jugend ihren Platz bekommt, und die Möglichkeiten bekommt sich zu zeigen.“

Er kennt Echo schon seit dessen Ursprüngen, trotzdem war er nie ein aktiver Echot. Wichtig war Echo aber für die Entstehung von MC Sultan. Ohne Echo hätten sich Özden und Mario, Gründer von MCSultan, nie kennengelernt.

Und was hat sich in Echo seither so verändert? „Es muss fast schon reichen, wenn man an die Zeiten im Amerlinghaus zurückdenkt. Wo sich die Leute zu zweit, zu dritt schon auf die Füsse getreten sind und jetzt sind da 400 m2. Das soll jetzt aber gar nicht materiell klingen, weil ohne Gefühl und ohne Einsatz der Leute kommt man erst gar nicht zu so etwas Materiellem. Ich sehe das als Beweis für den Erfolg von Echo.“

Für die Zukunft von Echo wünscht er sich „mehr Abende und mehr Ereignisse so wie ein Echoabend im Metropol, dass soll doch ein Zeichen dafür sein, das Echo ein hochkaraätiges Projekt ist. Das Echo in Sachen Integration, in Sachen Kultur und Verbindung, und in Sachen Jugendarbeit noch größere und noch sicherere und noch bessere Schritte macht, als Echo das bisher eh schon gemacht hat. Es sollte möglich sein, dass Echo sich weiterbildet, weiterkommt und mit der Zeit geht.“


Interview und Text

Andrea Kottmel (18)