hauptthema

Freiräume?

____________________________________________________

Ein leidiges Thema, das scheinbar immer aktuell bleibt, über das ständig diskutiert wird und das trotzdem nur in wenigen Fällen einer relevanten Lösung zugeführt wird.





Es gibt wenige Anliegen, die von Jugendlichen so klar und so vehement vorgebracht werden wie dieses.

Dieser Mangel kann eindeutig definiert werden und taucht bei den kleinsten Kleinigkeiten auf. Wo kann ich eine Geburtstagsparty mit meinen Freunden feiern? Wo kann ich laut Musik spielen? Wo kann ich einfach nur Zeit verbringen? Die meisten hiesigen Angebote scheitern entweder an finanziellen, oder an Lärmproblemen oder einfach an der Tatsache, daß sich viele Jugendliche einem Beiwerk an Reglementierungen und Einschränkungen einfach nicht aussetzen wollen.
Auch die meisten staatlichen Angebote bieten, laut Aussage der Jugendlichen, keine befriedigenden Lösungsansätze an, da oft Öffnungszeiten, Rahmenbedingungen und Ausschließungskriterien konträr zu den konkreten, jugendkulturellen Lebensweisen und Ausdrucksformen stehen.
Auch ambitionierte Parkraumbewirtschaftungskonzepte schießen oft am Ziel, sprich den Interessen der Jugendlichen, vorbei. Gut gemeinte, aber architektonisch und raumplanerische Fehlleistungen, die nicht weit genug vorausschauen, provozieren geradezu Konfliktherde mit Anrainern oder öffentlichen Stellen.

In vielen Fällen scheitern wohlgememeinte Vorschläge, moderne, jugendkulturelle Bezugswelten in definitive Angebote einzugliedern, an leider oft veralteten Konzepten, die es nicht schaffen auf die ständigen Entwicklungen der Subkulturen Rücksicht zu nehmen, und so werden viele Möglichkeiten von der vermeintlichen Zielgruppe nicht genutzt.

Wer könnte Jugendkultur besser leben, als die Jugendlichen selbst. Das bedeutet aber auch, daß den betreffenden Personen auch die Möglichkeit gegeben werden muß, selbstbestimmt und autonom ins Geschehen eingreifen zu können. Die Jugendlichen sollten partizipieren können, nicht in Alibihandlungen, sondern wirklich in Entscheidungsprozesse, ihre Bedürfnisse betreffend, eingreifen können.
Mehr Häuser und öffentliche Plätze für Jugendliche, die sie nach ihren Vorstellungen und Wünschen gestalten, ausbauen, benutzen und verwalten können, sind die einzige Chance aus diesem Dilemma herauszukommen. Doch scheinbar gibt es zu wenige, die an die Selbstverantwortung von Jugendlichen glauben und ihnen zutrauen sich kreativ, gestalterisch und unabhängig in das kulturelle Geschehen Wiens einzuklinken.
Nicht vergessen sollte man in diesem Zusammenhang auch das eklatante Fehlen von Mädchen in öffentlichen Räumen, oft auch verursacht durch das dominierende Verhalten vieler junger Männer, das jungen Frauen oft keinen Platz läßt und sie zu Zuschauern degradiert.

In vielen europäischen Städten gibt es wunderbare Lösungsvorschläge, wie zum Beispiel eigene Mädchencafes oder Mädchenarenas, die es wert wären, sie in die hiesigen Sozialangebote zu übernehmen, um Mädchen die Möglichkeit zu geben sich selbstbestimmt ausdrücken zu können.

Wir, Echoten, haben eine leidvolle Geschichte über den Kampf um Räumlichkeiten zu erzählen, geprägt von Missverständnissen, nicht ernstgemeinter Unterstützungserklärungen und vieler zerstörter Hoffnungen.
Zu oft wurden berechtigte Wünsche einfach ignorriert. Schmerzvoll blicken wir auf 6 Jahre an „legitimen“ Ablehnungen und „objektiven“ Ausreden zurück. Nachdem wir das Risiko auf uns genommen haben uns selbständig weiterzuentwickeln und die Sache selbst in die Hand zu nehmen, war es auf einmal so weit. ECHO hat Räumlichkeiten! Nach nur 2 Wochen waren sie gefunden!

Wie kann es soetwas geben? Ständig haben wir gehört, wie sehr man sich um uns bemüht, und trotzdemsind alle in Verhandlung gestandenen Räumlichkeiten, die zu Echo gepasst hätten, nicht zustande gekommen, im letzten Fall, der Phorusgasse im 4. Bezirk, sogar obwohl das Geld bereits genehmigt war. Zum besseren Verständnis unserer Enttäuschung über die begrenzten Möglichkeiten, die wir trotz unermüdlichen Einsatzes für die Lebensbedingungen der 2. Generation, erhalten haben, gibt´s jetzt im Anschluß an diese Einleitung die Chronologie unseres Weges.

Ladies and gentlemen, the story so far. Vielleicht kann man uns, durch unsere Sicht der Dinge, vorwerfen wir würden uns selbstmitleidig in Subjektivität suhlen, aber die Häufigkeit der gescheiterten Objekte muß wohl jeden etwas stutzig machen. Aber lest selbst.


echo