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KNP Aktuell

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Und wieder sind wir mit den neuesten Informationen über dem Kardinal-Nagl-Platz da, und es gibt einiges zu berichten. Wir hatten unsere letzten Seiten mit der Hoffnung beendet, daß ein Treffen zwischen den Anrainern, Polizisten und Jugendlichen stattfinden wird. Diese Hoffnung hat sich leider nur zum Teil bewahrheitet. Es gab zwei Treffen. Eines zwischen Jugendlichen und Polizei, ein zweites zwischen Anrainern und Polizei, aber leider noch keines, wo alle anwesend waren. Über beide Treffen haben wir aber unten berichtet.
Weiters gab es ein Fußballturnier, das mit dem Sieg unserer Jugendlichen endete. Unser Video-Projekt „Wir sehen uns“ begleitete natürlich all diese Aktionen und befindet sich gerade im Endspurt. Aber wieso so viel Gerede, lest es einfach selbst!





Jetzt seid Ihr dran!


Wir haben unsere Beschwerden über den Umgang mit uns an die Polizei weitergegeben, und warten nun gespannt auf Veränderung...

Ich war am 26.02.1998 beim Polizeitreffen. Ich muß ehrlich zugeben, daß ich nicht sehr aktiv mitgewirkt habe. Ich bevorzuge es eher, den anderen zuzuhören. Doch an diesem Freitag wurde von einer Sache gesprochen, die mir noch immer nicht aus dem Kopf gehen will. Ein Freund von mir hat sich beim anwesenden Polizisten beschwert, warum ein Teil seiner Kollegen immer sehr hart mit den Jugendlichen vom Kardinal-Nagl-Park umgehen. Dabei wurde auch der Name eines speziellen Polizisten genannt (Name ist eh bekannt!!), der für unseren Park „zuständig“ ist. Der anwesende Polizist hat daraufhin folgende Antwort gegeben:
„Ich kenne ihn auch, er ist im täglichen Leben auch so. Das bedeutet, daß ich an seinem Verhalten nichts ändern kann. Er ist halt so...“
Da ich Schüler einer HTL für Bauwesen bin, möchte ich folgenden Vergleich aufstellen:
Stellen sie sich einen Architekten vor, der in einem großen Büro arbeitet. Er bekommt den Auftrag, einen Wohnblock zu entwerfen. Er zeichnet einen wunderschönen Plan. Alle Details sind einwandfrei gezeichnet. Nur die Kodierung (Bemaßung) ist falsch! Jetzt stellen sie sich vor, daß dieser Wohnblock auch noch gebaut wird. Doch nach Baubeginn stellt der Polier fest, daß mit der Kodierung etwas nicht stimmt. (Der Polier hat auf der Baustelle folgende Aufgabe: Er bekommt einen Plan von einem Architekten und versucht ihn umzusetzen.) Es stellt sich dann heraus, daß der Plan falsch ist. Was glauben sie, wie groß der Bauschaden sein wird? Sie werden sich jetzt sicherlich fragen, warum ich ihnen einen solchen Vergleich aufstelle?
Jemand kann ein super Architekt sein. Nur wenn er bei jedem Projekt etwas Falsches miteinbezieht, so ist dieser Architekt „unbrauchbar“. D.h., wenn Leute bei der Polizei keine mindestpädagogischen Kenntnisse haben, so sind sie meiner Meinung nach für diesen bestimmten Job nicht geeignet.

Enhar Erdem (18)

1,2 Polizei
3,4 ...?





17 Jugendliche verhandeln mit der Polizei!

Es war sehr gut, daß wir uns zusammen hingesetzt, und über die Probleme der Jugendlichen vom 3. Bezirk diskutiert haben. Ich glaube aber nicht, daß die Polizisten uns im Park gerecht behandeln werden. Ich hoffe aber, daß die Punkte, die wir besprochen haben (das mit dem Käfigumbau oder ein gemeinsames Projekt: Jugendliche- Polizei, usw...), eingehalten werden. Wir werden uns in Zukunft bemühen, uns abends ruhiger zu verhalten, weil wir keine Probleme mit der Polizei haben wollen. Für uns ist der Park sehr wichtig, weil wir uns immer dort treffen, Fußball spielen, reden und einfach die Zeit dort verbringen. Wir wünschen uns, daß in Zukunft wieder alles bestens abläuft.

Ibo Coskuner (16)


Krieg der
Sterne?





Zum Treffen zwischen Anrainern, Institutionen und Polizei wurde Echo nicht eingeladen, aber wir ließen es uns nicht nehmen danach mit Stephan ALMER vom Integrationsfonds Aussenstelle 3. Bezirk ein Interview zu führen um herauszubekommen wie es gelaufen ist.
Die Besucherzahl war leider nicht so hoch, wie bei dem Treffen mit den Jugendlichen. Laut Stephan ALMER war von den vielen Häusern rund um den KNP nur eines vertreten und davon sind wiederum nur ein paar wenige, wie er aber sagt „die richtigen“ Parteien dort gewesen. Es hat sich für ihn gezeigt, daß die Probleme nicht nur, wie gedacht, einschichtig sind, sondern, daß mehrere Aspekte eine Rolle spielen. Die Jugendlichen vom KNP sind nur ein Punkt in diesen vielen Schichten, laut Stephan ALMER liegen die eigentlichen Probleme an den Anrainern selber, denn es hat sich herausgestellt, daß schwere Konflikte innerhalb der Hausparteien, „Fraktionsbildungen und nichtvorhandensein von einer zivilisierten Gesprächskultur“, die tieferen Probleme mit sich bringen und, daß genau diese Probleme nicht nur innerhalb des Wohnhauses ausgetragen werden, sondern nach außen, und in diesem Falle auf die Jugendlichen projiziert werden.
Stephan ALMER sieht für eine positive Lösung des Konfliktes am KNP keine Bereitschaft von Seiten der Anrainer, da seiner Meinung nach die Diskussion zu emotional geführt wird und die Anrainer die eigentlichen Probleme unter sich nicht lösen wollen und können.
Aber inzwischen hatten wir im Park selber einige Begegnungen von Jugendlichen mit Anrainern, die, anders als erwartet, bereit waren mit uns zu reden. Die Gespräche waren zwar von beiden Seiten sehr emotional, aber trotzdem produktiv. Natürlich lösen sich die Probleme nicht gleich von heute auf morgen. Ein Gespräch, bei dem heftig diskutiert wird, nachdem sich aber die Teilnehmer die Hände schütteln und sagen, daß sie es miteinander statt gegeneinander versuchen wollen, daß ist wohl eindeutig ein Erfolg! Freilich, es gibt auch Personen, die nicht reden wollen, aber es ist mittlerweile klar geworden, daß es sich dabei um Einzelpersonen handelt. Es schaut so aus, als wäre die Situation gar nicht so schlimm, wie viele gedacht haben. Wenn wir alle Menschen sind, müßten wir auch in der Lage sein, wie Menschen miteinander zu leben!!! Der Sommer ist nah, und wir warten gespannt, was er bringen wird. Hoffentlich Gutes!

echo

Politik auf unsere Art

Die Leute von der Umgebung KNP glauben, daß wir Jugendliche schlecht sind, nur weil wir unsere ganze Zeit im Sommer am KNP verbringen





Nachdem ECHO sich seit Mai am KNP mit den Jugendlichen beschäftigt, haben sie sich auch für uns, für den Park sehr gekümmert und haben sich voll durchgesetzt. Wegen der schlechten Behandlung von Polizisten gegenüber uns, haben sie sich mit den Polizisten in Kontakt gesetzt und ein Treffen organisiert. Nachdem wurde auch ein Fußballturnier mit Polizisten, Politikern, Bezirksjournal vom 3. Bezirk und natürlich auch Jugendlichen vom KNP organisiert.
Wir waren sehr gut vorbereitet und haben uns entschieden, Erste zu werden. Das erste Match haben wir gegen die Politiker gespielt. Das Spiel verlief sehr fair und wir haben gewonnen. Vor dem 2. Spiel haben wir uns ein bißchen erschrocken, weil die andere Mannschaft fußballerisch gut ausgeschaut hat. Während dem Match merkten wir, daß sie schlecht waren und haben sehr locker weitergespielt. Auch dieses Match haben wir gewonnen. Damit waren wir schon im Finale. ECHO und wir (KNP-Mannschaft) haben uns sehr gefreut. Das Finale war gegen „das Bezirksjournal“. Wir wärmten uns sehr gründlich auf. Der Schiedsrichter hat immer gegen uns gepfiffen. Das Finale begann spannend und nach ein paar Minuten haben wir die Sache im Griff gehabt und waren 2 zu 0 in Führung. Danach bekamen wir ein Tor und setzten sie wieder unter Druck. Da kam auch schon das 3. Tor und das war auch das Resultat. Wir haben uns voll gefreut und waren bereit für die Siegerehrung. Der Pokal wurde uns von Gabriele Hecht (LIF) überreicht.

Mehmet Abacioglu (18)