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Baris Keles ist zurück!

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...dann hat „Echo“ das Unmögliche möglich gemacht - und ihn wieder zurück nach Österreich geholt.“ Eva Linsinger, Gastkommentar in echo 23





Im echo 23 hatten wir als Symbolfall für papierlose Jugendliche ausführlich über die Geschichte von Baris berichtet. Baris, der im Alter von 13 Jahren nach Österreich geschickt worden war, hier die Schule besucht hat, und dann von heute auf morgen im Pyjama wieder in die Türkei zurück geschickt wurde, denn in den 5 Jahren seines Aufenthaltes war es nicht gelungen, ihm ein gültiges Visum zu ermöglichen.

Eva Linsinger und Patrik Volf haben ihn in der Türkei besucht und in ihren Gastkommentaren seine traurige Lebenssituation in dem ihm fremd gewordenen Land beschrieben. Fast jeden Tag hat Baris aus der Türkei angerufen, gefragt ob es schon etwas Neues gäbe, was sich in Österreich bei seinen Freunden tut.

„Alles wird gut“, schrieb der Falter (8/99) über die mächtige Lobby von Baris.
Von Seiten des Innenministeriums gab es die Zusage, daß man den Fall nocheinmal „wohlwollend prüfen“ werde, um wenn möglich doch noch eine „humanitäre Lösung“ zu finden. Baris stellte von der Türkei aus einen Antrag auf „privaten Aufenthalt“, aus Wien schickten wir die dazu notwendigen Unterlagen. Spenden, die auf Solidaritätsveranstaltungen für Baris gesammelt worden waren, wurden zusammengelegt und damit ein Sparbuch für Baris angelegt, Bedingung, um ihm den privaten Aufenthalt in Österreich zu ermöglichen. Es folgten Telefonate mit dem Büro von Integrationsstadträtin Brauner, das Visum sei schon unterwegs, es könne sich nur noch um Wochen handeln.

„Baris Keles wird nach Österreich zurückkommen. Das ist gut.“ (Falter 11/99) Mittlerweile wurden wir gefragt, ob Baris den Ehrenschutz für den heurigen Flüchtlingsball übernehmen würde, was er dann auch getan hat, denn Baris ist mittlerweile wieder zurück bei seinen Freunden.

„Medien und Politik freuen sich immer, mit Einzelfällen schöne Geschichten produzieren zu können.“ (Falter 11/99) In Wirklichkeit ist aber Baris kein Einzelfall, sondern nur einer der letztendlich doch Glück gehabt hat. Eine umfassende, politische Lösung für die Probleme papierloser Jugendlicher traut sich derzeit in Österreich kein Politiker vorzuschlagen.

Auch wenn noch lange nicht alle Sorgen für die Zukunft ausgeräumt sind, für Baris hat die Geschichte vorerst ein happy end. Und Echo hat das Unmögliche möglich gemacht, und Baris wieder zurückgeholt.

echo





Ich bin ein bißchen schockiert, ich hab aus der Türkei nicht so mitgekriegt, was alles für mich gemacht wird. Ich freu mich, daß ich in Österreich bin, bei meinen Freunden.

Die drei Monate waren wie ein schrecklicher Traum. Jeder hat gefragt: „ Wie ist das passiert? Du hast sicher was Schlechtes gemacht!“

Ich hab keine Freunde gehabt, ich habe neben dem Telefon darauf gewartet, daß mich meine Freunde anrufen, oder wer von Echo.
Das Dorf ist schön, aber das Leben in der Türkei ist teuer. Du verdienst vielleicht 50 Mio Lira im Monat, aber Du brauchst viel mehr zum Leben. Das Geld, das man verdient reicht gerade für das Essen aus, wie soll man da noch die Miete, Strom, usw. bezahlen?

Ich weiß noch nicht, was ich machen will. Das kann ich erst mit der Zeit sagen. Irgendeinen Beruf. Am Computer bin ich schon interessiert.
Ich will aber einen sicheren Beruf. Maler, Dachdecker,.. egal was, Hauptsache ich bekomme wirklich die Arbeitsgenehmigung.
Das ich Symbolfigur bin, ist gut für mich. Ich hoffe, daß die anderen Jugendlichen auch Papiere bekommen. Ich hoffe auch, daß sie erst gar nicht abgeschoben werden.

„Ich glaube“ kann ich nicht sagen, ich hoffe aber, daß auch die anderen Jugendlichen Papiere bekommen.

Ich hoffe, daß ab jetzt alles gut wird, und ich möchte nie wieder so einen Alptraum erleben, und wünsche das auch allen anderen Jugendlichen.

Baris Keles (18)