hauptthema

papierlose junend

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Petition





Im Sommer des vorigen Jahres gab es die ersten Versammlungen von Jugendarbeitern verschiedener Projekte (Back on Stage, Back Bone, ECHO), die gemeinsam etwas auf die Beine stellen wollten, um das Thema „Papierlose Jugendliche“ in einer breiten Öffentlichkeit zu behandeln. Es gab lange Diskussionen, Veranstaltungen zum Thema wurden erwogen, dann war wieder länger Pause.
Im Herbst lernte Echo Baris kennen, ein sogenannter „illegaler Jugendlicher“ (siehe Geschichte von Baris). Als Baris im Jänner zuerst in Schubhaft genommen, und bald darauf abgeschoben wurde, kam die ganze Diskussion damit ins Schwung. Die Medien berichteten fast täglich über Baris, verfaßten Artikel über seine Situation oder nahmen seine Geschichte als Aufhänger für Themen wie „papierlose Jugendliche“, ... Für die mittlerweile von den Jugendarbeitern ausgearbeitete Petition war dies der ideale Zeitpunkt, um die Problematik in das Rampenlicht der Öffentlichkeit zu bringen. Gefordert wurde Amnestie für integrierte, schuldlos illegale Jugendliche und Erwachsene; Aufenthaltsrecht für integrierte Jugendliche; unbeschränkter Zugang zum Arbeitsmarkt; Ursachenbe-kämpfung und keine Abschiebung während laufender Verfahren.
Ihren Höhepunkt erreichte die Petition am 8.Februar, als die Jugendarbeiter zu einem Termin bei Innenminister Mag. Karl Schlögl eingeladen waren (Andrea und Mehmet vertraten ECHO bei diesem Gespräch). Der Höhepunkt im kurzen Leben der Petiton war auch gleichzeitig ihr Todestag. Eine Generalamnestie für papierlose Jugendliche wurde vom Innenminister eindeutig abgelehnt. In einzelnen Fällen ist er aber bereit, humanitäre Lösungen zu suchen, und hoffentlich auch zu finden...
Die Jugendarbeiter der anderen Institutionen haben eine „hotline“ eingerichtet, mit dem Ziel mehr Einzelfälle zu beraten bearbeiten, und zu sammeln.
Für ECHO ist das Thema noch immer wichtiger als viele andere. Das ganze Jahr machen wir weiter, mit Diskussionen, Zeitungsartikeln und Veranstaltungen für papierlose Jugendliche. Es darf nicht nur ein Anliegen von einer handvoll Jugendarbeiter bleiben, sondern Jugendliche mit Papieren sollen sich für Jugendliche ohne einsetzen. Denn ohne die engagierte Mitarbeit der Jugendlichen könnten wir nicht die Solidarität erreichen, die für diese Problematik notwendig wäre. Wir werden in den nächsten Ausgaben mehr darüber berichten ...


...manchmal werden Träume Wirklichkeit...

Ich heiße Gabriela, bin 18 Jahre alt und lebe seit 6 Jahren in Österreich, ohne Aufenthaltsbewilligung. Mein Stiefvater meldete mich für die Schule an und ich wurde aufgenommen, obwohl ich keine Aufenthaltsbewilligung hatte. Seit damals dachte ich mir akzeptiert zu werden und machte mir keine Gedanken mehr darüber. Am Anfang war ich sehr begeistert von Österreich. Die Gesellschaft und die Lebensbedingungen waren viel besser als in meinem Heimatland. Da ich große Schwierigkeiten mit meinem Stiefvater hatte, bin ich ins Heim gekommen. Zu dieser Zeit begannen die Probleme mit den Behörden, weil ich keine Aufenthaltsbewilligung hatte. Mit einer Sozialbetreuerin vom Jugendamt habe ich einen Antrag gestellt, aber dieser Antrag wurde abgelehnt. Man sagte mir, ich müßte den Antrag im Ausland stellen, und dann wird er in Österreich verlängert. Da ich keine Aufenthaltsbewilligung hatte, konnte ich nicht ausreisen, denn ich hätte nicht zurückkommen können. 1997 bekam ich einen Brief von der Fremdenpolizei, in dem stand, ich müßte innerhalb von14 Tagen das Land verlassen. Ich bin zur Fremdenpolizei gegangen und habe ihnen gesagt, daß ich ein Visum beantragt habe, aber noch keine Antwort bekommen habe. Sie haben mir 3 Monate Zeit gegeben, um das Visum zu bringen. Als ich einen negativen Bescheid bekam, hatte ich noch die Möglichkeit Berufung einzulegen. Im Mai 1998 habe ich Echo kennengelernt und ihnen von meinen Problemen erzählt. Sie haben mir gesagt, daß sie bald einen Termin beim Innenminister Schlögl haben, und daß sie mich vielleicht mitnehmen werden. Sie riefen mich an, um mir Bescheid zu sagen, daß sie mich mitnehmen wollen. Am 12. Juni 98 trafen wir uns alle, und gingen gemeinsam hin. Ich habe dem Innenminister meine Geschichte erzählt. Er versprach mir sich darum zu kümmern. Nach 6 Monaten bekam ich endlich ein humanitäres Visum. Als ich das hörte, war ich überglücklich. Das war mein schönstes Geburtstagsgeschenk. Jetzt kann ich ohne Angst auf der Straße gehen. Im Dezember 1999 läuft dieses Visum ab. Ich hoffe, daß ich bis dahin eine normale Aufenthaltsgenehmigung bekomme.