Jugend-, Kultur- und Integrationsverein echo
Gumpendorferstrasse 73/1/7 1060 Wien, Tel.: 0043-1-5856857   mail: echo@non.at

 

Ich bin bereits mehrmals mit jungen EchotInnen gemeinsam auf der Bühne gestanden, und habe jedes Mal die nette Zusammenarbeit sehr genossen. Den Verein Echo lernte ich als eine nützliche Plattform für die heutige Jugend kennen. Ich empfinde ihn als unerlässlich für das Geschehen in der Wiener Kunst- und Kulturlandschaft. Integration und gegenseitiges Verständnis sind gerade in der zweiten und dritten Generation einfacher zu erreichen als bei Älteren. Jeder Euro der dafür ausgegeben wird, ist eine Investition in die Zukunft dieses Landes.

Ich hoffe sehr, dass diese überaus wichtige Arbeit und auch die Rolle von Echo in der Zukunft weitergeführt werden kann. Kooperationen sind in jedem Bereich des Lebens unerlässlich, doch das eigene Gesicht sollte immer bewahrt werden.

In diesem Sinne und mit besten Wünschen für eine zukunftsweisende Wiener-Diversität verbleibe ich,

mit lieben Grüßen

Josef Hader

Liebe Echoten!

Schon vor über zehn Jahren habe ich als Leiter des Wiener Integrationsfonds die Wichtigkeit und Notwendigkeit Eures Projektes gesehen und gefördert. Besonders sympathisch war mir nicht nur das ungeheure Engagement, sondern vor allem das selbstbewußte Auftreten der jungen Echobetreiber. Endlich ging es nicht mehr um "Defizite und Problemlagen" von Zuwanderern sondern um Gleichberechtigung, kulturelle Vielfalt und Kreativität.

Es wäre äußerst bedauernswert, würden die Politiker Echo jetzt abdrehen. Für die Stadt wäre dies ein ziemlicher Verlust. Alles Gute im Kampf um Euer Weiterbestehen wünscht Euch

Max Koch

Ich finde es skandalös, dass einem für die Jugendarbeit so wertvollen Verein wie Echo die Subventionen gestrichen werden, wenn er sich nicht gewissen Vorstellungen unterwirft. Gerade in der jetzigen Zeit, wo sich der Staat für Menschen wie Jugendliche der 2. und 3. Generation nicht verantwortlich fühlt, ist es eine Notwendigkeit, das Weiterbestehen von Einrichtungen wie Echo zu sichern.

liebe Grüße

Ute Bock

Die Art und Weise wie mit ECHO umgegangen wird zeigt deutlich: Politiker haben leider vergessen, dass sie Dienstleister sind. Sie verwalten öffentliches Geld, agieren aber wie private Sponsoren. Die Verteilung von Steuergeld - das uns allen gehört - muss demokratisch, transparent und keinesfalls gönnerhaft und willkürlich erfolgen.

Liebe Grüße

Karin Resetarits

Gut dass es den Supermarkt gibt, aber "Bakla" gibt es weiter nur am Wiener Naschmarkt!

Ich war vor wenigen Tagen im Supermarkt und suchte nach einem Gemüse, mit dem mir meine Tante Marika, als ich noch ein Kind war und in Saloniki lebte "mein Lieblingsgericht" kochte: Kukia! (Die Türken sagen Bakla dazu) Vergeblich! Auch in der aufwendig ausgerüsteten "levantinischen" Abteilung glaubte man nicht diesen Namen je gehört zu haben. Der Verkäufer staunte nicht schlecht, als ich ihm sagte, dass eine "levantinische" Lebensmittelabteilung ohne Bakla, ja diese Bezeichnung gar nicht verdient. "Haben Sie es am Naschmarkt versucht", gab er zum Schluß klein bei, "dort gibt es nämlich alles". Tatsächlich habe ich am Naschmarkt Bagla gefunden, ganz frischen übrigens, weil - wie man mir sagte - es in Österreich Kleingärtner aus der Türkei gibt, die Bakla anbauen. Gut dass es die Türken in Österreich gibt, sie bringen mir meine "griechische" Kindheit "näher". Seither kaufe ich meine Grundlebensmittel weiter beim Supermarkt ein und am Naschmarkt jene, die der Supermarkt in seinem Sortiment nicht berücksichtigt. Was hat das alles mit dem Verein Echo und mit dem ICE zu tun? Ich denke jede Menge. Wie gesagt: Gut dass es den "Supermarkt" gibt, aber "Bagkla" findet man immer noch bei den "Spezialisten" am Naschmarkt.

Auch wenn alles dort etwas teuerer ist, ist es mir wert!

Lakis Jordanopoulos

Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie das ist, wenn man in einer Stadt aufwächst deren Sprache man erst lernen muss. Aber auch, wenn die Sprache kein Problem mehr ist, sind Jugendliche der 2. Generation leider keinesfalls gleichberechtigt was die Teilnahme am öffentlichen Leben betrifft. Das Selbstbewusstsein das Jugendliche brauchen um ihr Leben selbstständig zu gestalten kommt nicht von heute auf morgen. Das braucht Unterstützung, und diese hat ECHO in 10 Jahren hervorragend geleistet. Mich als Musiker haben vor allem die künstlerischen Projekte sehr angesprochen, die in der Öffentlichkeit immer präsent waren. Sie haben Jugendliche der 2. und 3. Generation sichtbar gemacht. Und das ist wichtig. Auch wir im Integrationshaus haben immer wieder mit ECHO zusammengearbeitet. So zum Beispiel haben uns Jugendliche als Securities bei Veranstaltungen professionell unterstützt.

Die Streichung der Förderungen für ECHO würde für die betroffenen Jugendlichen einen großen Verlust bedeuten und für die angestrebte verbesserte Integration einen Rückschritt bedeuten.

Willi Resetarits

Projekte wie Echo leisten eine Integrationsarbeit, die gerade in Zeiten unschätzbar ist, da die Zunahme oder die bloße Existenz von Fundamentalismus in der zugewanderten Teilen der Bevölkerung allgemeine Unsicherheit erregen. Bei Projekten wie Echo geht es nicht bloß um Integration im herkömmlichen Sinn; Echo ist eine Brücke, die aus ungekanntem Terrain in die Zivilgesellschaft führt. Was das in Zeiten bedeutet, da man darüber streitet, ob Europa es schafft, die Türkei zu integrieren, oder ob es daran zerbricht, in Zeiten, da der militante Islamismus als Bedrohung westlicher Wertegemeinschaft identifiziert ist, braucht nicht extra betont zu werden. Wir haben in Österreich und in Wien nicht gerade Überfluss an solchen Brücken. Ob sie auch tragen, wenn man sie einem Amt einverleibt, wage ich zu bezweifeln. Lasst Echo ungehindert weiterarbeiten! Das Echo dieser Arbeit wird unserer Gesellschaft zugute kommen.

Armin Thurnher

... auch wenn echo jetzt das Licht ausgedreht wird, danke für soviel Licht ins Dunkel ...

Mario Kamien

Wir sind sehr bestürzt über die Problematik, in der sich der Verein Echo momentan befindet.
Im Rahmen der 10-Jahre-Echo- Feierlichkeiten konnten wir gemeinsam mit dem Verein ein einzigartiges Konzert organisieren, bei dem klassische und orientalisch-türkische Musikelemente zu einem harmonischen Musikerlebnis verschmolzen. Die Zusammenarbeit mit Echo hat uns gezeigt, wie wichtig und schöpferisch es sein kann, neue Wege der Begegnung mit „fremden“ Kulturen einzugehen.
Wir wünschen uns weiterhin solche mutigen Initiativen und kulturell gewinnbringende Zusammenarbeiten!

Ambassade Orchester Wien

Warum will die Stadt Wien Echo zusperren? Wenn über die Vertragsverlängerung gesagt wird "wir können, wollen aber nicht" (Mag. Hollos, oder war es Hojac?), dann ist es offensichtlich, dass es nicht an Geldmangel liegt, sondern am politischen Willen. Bekannt ist ebenfalls, dass der Verein eine relative politische Eigenständigkeit und kritische Haltung gegenüber politischen Subjekten der Gesellschaft an seine Fahnen geschrieben hat, was von den Jugendlichen hochgeschätzt wird und von den städtischen Sponsoren höchstwahrscheinlich als die Sünde gesehen wird, die ihm jetzt zum Verhängnis werden könnte.
Diesbezüglich drängt sich die Frage auf, welche denn ausländischen Jugendvereine den städtischen Geldgebern genehm wären, außer etwa Pfadfinder– und/oder Fußballvereine, Kirchengesangschöre oder gar irgendwelche opportunistische Speichellecker-“Kaderschmieden“, die zu allem was von oben kommt Ja und Amen sagen, nach dem Motto, beiß nicht die Hand, die dich füttert oder cuius regio, eius religio?
Und noch einige Fragen: Sollen unsere Jugendlichen als Duckmäuser erzogen werden, oder als aufrechte Menschen, die die Welt mit den eigenen Augen sehen? Was ist, wenn sich einmal die Jugendlichen verweigern und von dieser Seite kommt, "wir können, wollen aber nicht"? Was passiert mit den Mitarbeitern, die gekündigt werden? Wodurch ist eine solche undemokratische und arrogante Vorgangsweise (siehe Chronologie) zu verantworten? Ist das der neue politische Kurs der Stadt Wien in Sachen Integration? Wir haben ja seit kurzem eine neue Integrationsstadträtin, es wäre interessant zu erfahren, was sie dazu sagt!
Es bleibt nur zu hoffen, dass die breite Solidarisierung, die der Verein „Echo“ gerade erfährt, die zuständigen Bürokraten soweit bringt, ihre Pläne zugunsten einer effektiven, positiven und kreativen Jugendarbeit zu revidieren. Wenn schon nicht aufgrund einer höheren Einsicht, so wenigstens, weil sie nicht anders können.

Slavko Ninic, Wiener Tschuschenkapelle

Diversitätspolitik bedeutet, jene Vielfalt, die aus Migration entstanden ist, in der Stadtpolitik umfassend zu berücksichtigen. Dazu gehört zweierlei: erstens eine Neuorientierung in der Personalpolitik und Gestaltung von Dienstleistungen innerhalb der Stadtverwaltung und zweitens eine kooperative Zusammenarbeit mit und Förderung von autonomen Initiativen in der Zivilgesellschaft. Das eine zu tun darf kein Vorwand dafür sein, das zweite zu lassen. Diversitätspolitik kommt nicht nur „von oben“ sondern wird auch „von unten“ gemacht.
Natürlich kann und soll die Stadt Wien versuchen, die von ihr geförderten Vereine in neue Aufgaben einzubinden. Aber das kann nur in einem offenen Dialog geschehen, in dem beide Seiten einander als Partner respektieren.
Die Förderung des Vereins Echo, der über 10 Jahre in seiner Jugendarbeit praktische Diversitätspolitik erfolgreich betrieben hat, sollte weder an Irritationen zwischen beteiligten Personen noch an Fristen für die Vorlage neuer Konzepte scheitern. Dies wäre ein denkbar schlechtes Signal für die Zusammenarbeit vieler anderer Initiativen mit der Gemeinde.

Rainer Bauböck, Politikwissenschaftler

Wir waren sehr betroffen, als wir von der Entscheidung erfuhren, dass der Verein Echo nicht mehr subventioniert werden soll. Vor einigen Monaten wurden wir gebeten, die Veranstaltung zum 10-jährigen Jubiläum von Echo zu moderieren. Dies war für die meisten von uns der erste Kontakt mit diesem Verein. Wir konnten uns einen guten Überblick über die jahrelange sinnvolle Arbeit dieser Institution verschaffen, die wir auf jeden Fall als eine vielseitige Bereicherung, sei es auf (multi-) kulturellem, sozialem oder integrativem Gebiet, empfinden.
Wir haben kein Verständnis dafür, eine derartige (unabhängige) Plattform, die durch Förderung ihrer Projekte Jugendliche fördert, abzuschaffen. Denn WIR, die Jugend von heute sind die Gestalter und Säulen von morgen. Man könnte auch sagen, wir sind die Wurzeln der Pflanze, die sich Zukunft nennt. Stellen wir uns doch die Frage: "Was passiert mit einer Pflanze, der man die Wurzeln ausreißt?"

ECHO - WIR UNTERSTÜTZEN EUCH!!!!!!!!!!!!!!

UNKÜRREKT

Mit Bedauern nehmen wir zur Kenntnis, dass die Einrichtung ECHO geschlossen wird.
ECHO war nicht nur ein wichtiger Ort interkultureller Kommunikation, sondern auch Ressourcenpool für junge Menschen und hinsichtlich Empowerment und kulturellem Engagement vorbildlich.

Aufgrund der Einzigartigkeit als Plattform für junge Menschen mit Migrationshintergrund entsteht durch die Schließung von ECHO eine so große Lücke, die von den momentan bestehenden Projekten nicht in der Art und Weise aufgefangen werden kann. ECHO hat nicht nur das Selbstwertgefühl vieler Jugendlichen der 2. und 3. Generation gestärkt, sondern ferner gezeigt, wie Partizipation und politische Mitbestimmung einer doppelt belasteten Gruppe aussieht. Diese Arbeit konnte nur dadurch bewerkstelligt werden, indem der rein niederschwellige Zugang der Mobilen Jugendarbeit und Streetwork um einen höherschwelligeren erweitert wurde. Dazu zählt neben der Medienarbeit vor allem die spezielle Kulturarbeit. Diversitätspolitik darf nicht bedeuten, dass konkrete migrationspezifische Bedürfnisse nivelliert werden. Zudem die Mobile Jugendarbeit/Streetwork (mit Ausnahme des überregionalen Streetwork-Teams/Verein Rettet das Kind) diesen Bereich nicht übernehmen kann, da sie konzeptuell zielgebietsorientiert und nicht zielgruppenorientiert arbeiten.


Wir finden es durchaus befremdlich, dass ein Projekt, welches bisher als Wiener „Vorzeigeprojekt“ - wenn nicht ganz Österreichs - galt, so plötzlich und unvermittelt geschlossen werden kann und es scheinbar keine anderen Möglichkeiten der Lösungsfindung gibt.


Wir fordern daher eine adäquate Alternative, welche jene Zielgruppe auch erreicht, die bisher von ECHO betreut wurde. Denn wir sehen uns nicht in der Lage diese Alternative zu übernehmen.


Aufgrund der diffusen und vielfältigen Gerüchte, die bezüglich der Schließung von ECHO kursieren, würden wir eine klärende Stellungnahme von offizieller Seite begrüßen.


Mit freundlichen Grüßen,
für das Basic Network

DSA Michael Wind (BOS 16/17), DSA Sabine Mürwald (Streetwork Überregional)

Die Hauptstadt der Alpenrepublik schafft das Echo ab. Das Bild könnte nicht treffender sein: ein Wanderer betritt die ihm bislang fremde Bergwelt. Er ruft aus Freude, vielleicht aus Verzweiflung, um Hilfe. Aber vom harten Fels kommt kein Widerhall, nichts. Wird er sich da je zu Hause fühlen?

Ludwig W. Müller, Kabarettist

Die Volkshilfe schätzt die langjährige Arbeit des Vereines Echo für Menschen mit Migrationshintergrund sehr. Es ist uns nicht möglich, eine Beurteilung der neuen Struktur der Stadt Wien in diesem Bereich vorzunehmen.
Wir hoffen allerdings, dass die Qualität und der Umfang der Leistungen auch in Zukunft sichergestellt ist.

Erich Fenninger, Geschäftsführer Volkshilfe Österreich

Euer Echo darf nicht verhallen. Es soll diese Stadt permanent und noch stärker durchdringen. In den Ohren Schwingungen erzeugen, die Augen und die Herzen öffnen. kulturen in bewegung findet Einrichtungen wie Echo unabdingbar, wenn es darum geht, jungen MigrantInnen auf allen Ebenen Perspektiven zu eröffnen. Dass das jahrelange Engagement plötzlich nicht mehr Anklang findet, ruft Verwunderung hervor. Eines ist klar: Es braucht ein starkes und selbstbestimmtes Echo von Jugendlichen der 2. und 3. Generation. Den angeblich neuen Konzepten der integrativen Jugendarbeit sehen wir erwartungsvoll entgegen.
Mit den besten Wünschen für konstruktive und sachliche Zusammenarbeit aller Akteure.

Horst Watzl, kulturen in bewegung/vidc

Ich bin etwas, das es nicht gibt ...

Ich arbeite mit und für Menschen, vor allem junge Menschen der zweiten und dritten Generation. Vor einiger Zeit erfuhr ich aber, dass es uns nicht gibt. Also weder mich, noch die anderen. Eine höhere Macht hat gemeint, dass es die zweite und dritte Generation einfach nicht mehr gibt. Beschluss von jemandem, der nicht diesen Generationen angehört. Rein physisch gedacht, nicht möglich, uns die Existenz zu entziehen, dachte ich.

Wir sind im Umlauf, wie die Münzen aus anderen EU-Staaten, nur die Prägung ist anders und jetzt wird an dieser Prägung gefeilt. Integration.
Die Nacharbeitung brachte aber keine zufriedenstellenden Ergebnisse. Wie mein Augen Make-up, wenn ich es das dritte mal korrigiere.
Also kam jemand auf die Idee, die Münzen abzuschleifen. Und dann hat es lange gedauert. Diskussionen. Debatten. Diversity.
Eine Druckmaschine aus einem anderen Land zu bestellen war zu umständlich. Zu teuer. Und administrativ kaum verwaltbar. Vorhandene Barrieren werden identifiziert. Eventuell ein paar Stempel könnten bestellt werden. Sagte jemand. Dann haben wir Vielfalt. Ein paar Münzen sind dann anders. Und unterstellt uns bitte nicht, dass wir instrumentalisieren. Überprüfen. Eingliedern. Wir wissen nicht in wessen Hosentasche diese Münzen landen. Die anderen drucken wir hier. Bei uns. Ihr seid ja bei uns, oder?

Der Mensch ist also ein Mängelwesen. Dachte ich.
Aufgrund seiner Unangepaßtheit und Instinktreduktion ist er in seiner Existenz bedroht. Dem entspricht aber andererseits seine Weltoffenheit und damit Lernfähigkeit. Kann Vielfalt anerzogen werden? Eine Vielfalt von Methoden, Standpunkten und Richtungen ist anzustreben. Sagte jemand. Einmal. Heute scheint es anders interpretierbar zu sein. Möglichkeit der Reduktion dieser Vielfalt. Ergeben sich. Und Menschen, die reduzieren, nennen es effiziente Verteilung der Ressourcen. Zu fragen, wer reduzieren darf, ist fehl am Platz. Banal.

Lange bezog sich die Verwaltung des Landes auf eine anscheinend homogene Bevölkerung. Jetzt bezieht sie sich nicht mehr: die Bevölkerung hat homogen zu sein. Fazit: alle Jugendlichen sind gleich. Von wegen zweite, dritte Generation. Und spezielle Jugendprojekte sind ohnehin überholt. Neuorientierung? Umstrukturierung. Vielfalt soll als eine Zusammenarbeit verschiedener Gruppen verstanden werden. Dies erleichtert die gemeinsame Suche nach sinnvollen Lösungsansätzen. Doch die sind ja schon vorhanden. Sagt dann jemand. Ihr könnt sie ja übernehmen. Nein, ihr sollt sie übernehmen. Vielfalt braucht Orientierung. Werden wir besänftigt. MigrantInnen bekommen als TrägerInnen der Vielfalt ihren Platz in einem System. Einem, das sie nicht ausgesucht haben. Wir sind am Ende des Diskurses der Integration.

Diversity also?

Eva Dziedzic

Liebes Echo-Team,

gleich vorweg: ich war wirklich schockiert, als mir zu Ohren kam, dass euer Betrieb eingestellt wird.
Ich kenne "Echo" seit ca. einem halben Jahr und muss sagen, dass ich von Anfang an positiv überrascht war.
Erstens finde ich die Idee, die dahinter steht, großartig und sehr wichtig. Ein Magazin für die zweite Generation, der ja mittlerweile tausende Menschen zugehören, ist in unserer Zeit ein notwendiger Schritt, um hier eine Plattform zu schaffen.
Mit Plattform meine ich aber nicht nur, dass es eine Möglichkeit ist eine Meinung zu publizieren, sondern auch das junge, kreative und talentierte Menschen ein Medium haben, in dem sie sich einbringen und entwickeln können. Ganz egal ob als Schreiberling, Layouter, in der Theatergruppe oder sonst wo.
Und wie groß das Potential an diesen Menschen ist, das hat spätestens der "10 Jahre Echo Abend" bewiesen.
Dass gerade in politisch schwierigen Zeiten wie diesen (sh. EU-Beitrittsdiskussion der Türkei) euer Magazin eingestellt wird, empfinde ich als Ironie.
Nichts desto Trotz - oder umso mehr - wünsche ich dem ganzen Team Alles Gute und ein offenes Ohr bei allen Entscheidungsträgern.

MfG,

Michael Gigerl

Seit zehn Jahren beobachte ich Echo mit Wohlgefallen, war bei dem einen oder anderen Projekt dabei. Immer hat mich dabei die Offenheit und Energie der Echoten begeistert. Schade nur, dass jene öffentlichen Personen, welche nun über das Schicksal des Vereins Echo entscheiden, diese Erfahrungen nicht machen durften, sonst wäre die Situation jetzt vielleicht anders. Kurz und bündig: Ohne Echo würde ich einige gute Freundschaften missen! Also bitte, wie funktioniert jetzt Integration? Will Wien jetzt anders sein, oder nur anders ohne die anderen? Derzeit laufen die Proben für die „Dirty Dishes“, eine Theaterproduktion, die ohne Echo nicht möglich gewesen wäre und aus der nun sogar ein eigener Theaterverein (das kunst) hervor geht. Ok, sperrt Echo zu! Aber kommt dann ja zu keiner Vorstellung und heuchelt uns was vor! Ach ja, ich bin schon integriert, ich bin seit Generationen österreichisch und bestimmt nicht stolz auf diese Aktion!

Bernhard Mrak

Seit 1999 verfolge ich die Aktivitäten des Vereins ECHO und hatte immer den Eindruck, dass hier von Jugendlichen ganz unterschiedlicher Herkunft eine sehr professionelle Arbeit geleistet und mit der Zeitschrift ECHO ein hervorragend gemachtes Medienprodukt hergestellt wird. Beeindruckt war ich auch davon, wie politisch interessiert und informiert die Jugendlichen sind, wie selbstbewusst sie ihre Meinungen vertreten.
Vor kurzem habe ich mit Bestürzung erfahren, dass ECHO wegen Subventionsstreichung vor der Schließung steht. Nun ist gegen Umstrukturierungsmaßnahmen der Gemeinde Wien im Bereich der Jugendarbeit prinzipiell nichts einzuwenden, aber sind diese wirklich sinnvoll, wenn ein Modellprojekt wie ECHO dabei beschädigt wird? Ich habe mir in den letzten Tagen nochmals die letzten ECHO-Nummern im Internet angesehen – sie sind immer noch auf demselben hohen Niveau wie noch vor etlichen Jahren. Außerdem habe ich im Internet sonst (leider) kein vergleichbares Projekt in Wien gefunden. Gerade im Sinne der von der Gemeinde Wien beschworenen Diversität wäre es doch eigentlich notwendig, dass auch für Jugendliche, die an einer gesellschaftspolitisch orientierten, kritischen Zeitschrift mitarbeiten wollen, ein Ort und eine Struktur zur Verfügung stehen.
Solange dieses Projekt so gut funktioniert und von den Jugendlichen angenommen, ja entscheidend mitgetragen wird, sehe ich eigentlich keinen Grund für eine tiefgreifende Änderung. Da es außerdem enorm viel Zeit und Energie kostet, ein derartiges Projekt auf die Beine zu stellen, birgt der Versuch, alles komplett umzukrempeln, auch das Risiko der Ressourcenverschwendung. Umstrukturierungsmaßnahmen dieser Art laufen Gefahr, gewachsene Strukturen zu zerstören. Die Potentiale, aus denen solche kulturellen und sozialen Projekte schöpfen, stammen aus der Gesellschaft, z.B. aus autonomen Vereinen. Die Verwaltung kann diese Strukturen fördern, sollte aber nicht der Illusion erliegen, sie synthetisch erzeugen zu können.
Seit 2001 lebe ich in Berlin und kann daher hautnah erfahren, wie Ausbildungsgrad und Berufschancen gerade von Kindern aus Migrantenfamilien sinken. Außerdem etablieren sich zunehmend ethnisch homogene Jugendklubs, die von islamistischen Vereinen geführt werden. Vor diesem Hintergrund scheint mir ECHO geradezu ein Modellprojekt zu sein, auf das die Stadt Wien eher stolz sein sollte. Die dort laufenden Projekte tragen viel zur (Aus)Bildung und damit letztlich auch zur Integration der Jugendlichen bei.

Thomas Hübel (Berlin/Wien)

Bei meiner Arbeit für das Echo-Magazin bin ich auf kreative, offene und begeisterungsfähige junge Menschen getroffen. Es ist unglaublich schade, dass das Echo, als eine Basis des kulturellen Austausch, nach zehn Jahren für Wien verloren gehen soll!
Persönlich tut es mir leid nicht mehr mit dem Echoteam an den Umsetzungen ihrer Ideen arbeiten zu können.

Petra Rautenstrauch, Fotografin

INTEGRATION ERFOLGREICH – VEREIN TOT
ECHO wird zugesperrt.

Der Verein ECHO wird ab 1.1.2005 nicht mehr subventioniert. Also nicht nur ein bisserl weniger Geld, ein zwei Mitarbeiter weniger oder Kürzung des pädagogischen Budgets – das alles waren wir seit ca. 2 Jahren bereits gewohnt, nein, diesmal kam der absolute und unmißverständliche Dolchstoß der MA 13, des Landesjugendreferates der Stadt Wien, seines Zeichens tiefrot und verdammt sozial.

Schuld daran ist die neue Diversitätspolitik der Stadt Wien. Jawohl! Kein Mensch wusste bis vor kurzem, was der Begriff bedeutet, genauso wie seinerzeit der Begriff der Integration. Heute steht er da, abgelutscht, abgedient und macht Platz für die Diversität, die da bedeutet: Vielfalt – die neue Devise. Und wisst ihr was, ihr werdet es nicht glauben, aber das erinnert verdammt an unsere Arbeit! Ist das nicht irre. Da steht nun das neue politische Modewort, und ECHO hat seit 10 Jahren nicht anderes gemacht! Gut, es wurde vielleicht nicht Diversität genannt, aber was sind schon Worte, wenn man gewisse Dinge tut, weil man sie als richtig empfindet. Doch nun im Jahre 2004 kommt auch die Stadt auf den Geschmack und steht zu seiner Vielfalt. Und was passiert mit ECHO? Die Integration ist vollstreckt heißt es. Tatsache ist, das die Integrationspolitik versagt hat und das die Diversität, oder wie auch immer man das nennen mag, schon vor Jahren von ECHO gepredigt und gelebt wurde. Und was ist der Dank dafür?

10 Jahre ECHO haben wir im Frühjahr 2004 gefeiert. Wir sind sehr traurig, dass ECHO am Höhepunkt seines Daseins nicht ge-, sondern entwürdigt wird. Kann sein, dass wir unsere Zelte in der Gumpendorferstraße abbrechen müssen, und dass wir mit großer Wehmut und Trauer zur Kenntnis nehmen werden, dass die Stadt Wien unsere Dienste nicht mehr für notwendig hält. Aber nicht zu vergessen ist, dass ECHO schon vor 10 Jahren begonnen hat, ohne Budget, in einem winzigen Raum im Amerlinghaus, ohne bezahlte Mitarbeiter, mit viel Engagement, Ehrgeiz, Wut im Bauch und unglaublichem Powerpotential Diversitätspolitik zu machen.

„Es liegt nicht daran, dass wir den Verein ECHO nicht mehr unterstützen können, sondern nicht mehr wollen.“ Mit diesen Worten wurde das Gespräch zwischen der MA 13 und dem Verein ECHO beendet. Sichtlich kein Budgetengpass der Gemeinde, sondern gezielte Ablehnung. Herzlichen Dank.

Ani Gülgün Mayr

An dem Tag, an dem der Jugendverein ECHO in der Gumpendorferstrasse eröffnet wurde hatte ich sofort die Mitarbeiter als Freunde gewonnen.
ECHO wurde mein zweites zu Hause. Ich habe bei vielen Ereignissen mitgewirkt, habe bei der einen oder anderen ECHO-Zeitschrift mitgeschrieben und viel neues dazugelernt. Ich kenne keinen anderen Verein, der so wie ECHO fest zusammenhält und so familiär ist. Daher finde ich es sehr schade, dass ECHO nach wenigen 10 Jahren schließen muss.

Akif

Ich kenne Echo schon seit mehreren Jahren und war an sehr vielen Veranstaltungen auch künstlerisch tätig. Ich kann es nicht fassen dass der Staat einen Verein, der so erfolgreich in seiner Arbeit ist nicht mehr subventionieren will.
Ich hoffe dass sich in der Situation so bald wie möglich etwas ändert und Echo seine Arbeit wie gewohnt weiterführen kann.
Ich drücke allen Echoten und dem Echo-Team die Daumen.

Baris

Ich träumte schon immer davon, für ein Magazin zu schreiben, spannende Themen zu recherchieren und Artikel zu verfassen. Echo bot mir die Möglichkeit all das zu tun und noch viel mehr. Wir haben viel gelacht und getanzt, gemeinsam Filme angesehen, Musik gehört, diskutiert, gegen Diskriminierung gekämpft, eine Reise nach Belgien unternommen, gesungen und gegessen – ich werde nie die „köstlichen Buffets“ vergessen! Echo ist nicht nur ein Verein, sondern ein Lebensgefühl und das kann man nicht einfach so wegrationalisieren.

Bojana, echo-Redakteurin

Orte zu finden mit denen man sich identifizieren kann ist schon schwer genug, vor allem für Jugendliche, die Ihren Ursprung wo anders haben. Echo gibt diesen Jugendlichen die Möglichkeit und die Plattform dafür. Nun ist man gewillt diese Plattform auszuschalten. Es ist nichts anderes als einem Menschen die Luft abzuwürgen, was man grundsätzlich nicht tun darf. Ich hoffe, dass man die Meinung ändert und diese Plattform für unsere Zukunft weiterhin existieren lässt. Denn wir Jugendliche bilden die Hoffnung für eine aufrechte, freie, gleichberechtigte und schöne Zukunft.

Cagri

Echo ist seit einigen Monaten so etwas wie ein zweites Zuhause für mich geworden. Mal abgesehen davon, dass ich hier Musikunterricht nehme, habe ich hier viele neue gute Freunde gefunden.
Ich finde den Spruch von Herrn Hollos in gewisser Weise nicht menschlich, zu meinen: Nicht dass wir euch nicht finanzieren können, wir wollen es nicht!
Und wenn wir schon mal von der Menschlichkeit sprechen, was soll mit all den Leuten werden, die jahrelang ihre Kräfte investiert haben??

Emrah

Ich finde Echo soll nicht zusperren weil ich von Echo viel gelernt habe. Ich bin Musiker und spiele Klarinette und da hat auch mein professionelles Musikleben begonnen. Wir haben unsere Band in Echo gegründet. Mit Echo hab ich die Möglichkeit gehabt sogar in verschiedensten Theatern zu spielen wie z.B.: Interkult Theater, Odeon, Theater Akzent. Sogar mit Auftritten im Metropol und am Donauinselfest wurde uns ermöglicht auf der Bühne zu stehen. Echo ist schon wie ein zweites zu Hause für mich.
MA13, spielt nicht mit unserer Zukunft!!!

Erhan

Ich lebe seit 3,5 Jahren in Österreich/Wien und kenne Echo seit 3 Jahren. In dieser Zeit nahm ich an mehreren Projekten und Aktionen teil und konnte den Verein näher kennen lernen. Das Team, sein Arbeitsverständnis und dessen Qualität hat mich sehr beeindruckt. Das jetzt dieser Verein abgeschafft oder unter politische Kontrolle gebracht wird, bedrückt mich sehr, denn Echo ist ja gerade dadurch interessant, dass hier keine Parteipolitik und keine Trennung von Menschen betrieben wird. Jeder in diesem Verein mochte mich oder auch nicht, nicht weil ich aus diesem oder jenem Land bin, sondern deswegen weil ich der Erol bin. Wichtig war, wer ich als Person bin und das war es, was mich in dieser Gesellschaft erfreute. Abgesehen davon habe ich mit Echo eine Plattform, ja sogar einen Sprungbrett gefunden von wo ich eine Anknüpfung an die österreichische Gesellschaft und ihre Strukturen finden konnte.

P.S.: Übrigens: Wie ich mitbekommen habe, geht es in dieser aktuellen Lage auch um die so genannte Diversität, die sehr wichtig ist. Ich hatte keinen einzigen Bekannten aus Sri Lanka, jetzt habe ich sogar einen guten Freund aus Sri Lanka. Das habe ich dem Verein ECHO zu verdanken.

Erol Kaloglu

ECHO sehe ich als einen Ort, wo Jugendliche verschiedener Nationen einander finden und gemeinsam an Projekten mitarbeiten. Ich habe Echo auch über ihre Veranstaltungen kennengelernt und finde es sehr schade dass solche Projekte nicht mehr unterstützt werden. Ich finde es auch eine Frechheit dass so ein Verein, wo jahrelang hunderte Jugendliche und etliche Mitarbeiter ihre Kräfte investiert haben „von einem Tag auf den anderen“ geschlossen werden soll und deren Arbeit sogar als unnötig bezeichnet wird. So eine Entscheidung ist sicher nicht nur EINE sondern VIELE Überlegungen Wert!!!

Hakan

ECHO sehe ich als einen Ort, wo Jugendliche verschiedener Nationen einander finden und gemeinsam an Projekten mitarbeiten. Ich habe Echo auch über ihre Veranstaltungen kennengelernt und finde es sehr schade dass solche Projekte nicht mehr unterstützt werden. Ich finde es auch eine Frechheit dass so ein Verein, wo jahrelang hunderte Jugendliche und etliche Mitarbeiter ihre Kräfte investiert haben „von einem Tag auf den anderen“ geschlossen werden soll und deren Arbeit sogar als unnötig bezeichnet wird. So eine Entscheidung ist sicher nicht nur EINE sondern VIELE Überlegungen Wert!!!

Hülya

Ich besuche schon seit einem Jahr den Saz Kurs im Echo. Ich bin sehr zufrieden in meinem Kurs. Jetzt finde ich es eine Frechheit, dass man Echo schliessen muss. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass Echo nicht zu sperren muss!

Ilvan

Ich habe ECHO entdeckt, als ich an einem Casting teilgenommen habe. Nun spiele ich im Theaterstück „Dirty Dishes“ mit. Da ich und viele andere Jugendliche im ECHO gefördert worden sind durch verschiedene Projekte, finde ich es sehr schade, dass es schließen wird.

Ivana

Mein Leben lang hatte ich das Gefühl nirgendwo dazuzugehören. Sei es wegen meiner politischen Meinung, meiner Herkunft oder meinem Wesen. Echo war der erste Ort, der mir das Gefühl gab ein wichtiger Teil eines großen Ganzen zu sein, etwas bewegen zu können. Eine sehr wichtige Erfahrung, die mich sicherlich zu dem Menschen gemacht hat, der ich heute bin. Ich finde es schade, dass künftige Generationen vielleicht diese Möglichkeit nicht mehr haben.

Jasmina, echo-Redakteurin

Ich finde es traurig und beschämend, ein Erfolgsprojekt wie Echo nach zehn Jahren einzustellen. Echo leistete tolle und in Österreich einzigartige Jugend-Integrationsarbeit. Der zweiten und dritten Generation wurde eine Stimme verliehen, um ihre Anliegen in die Öffentlichkeit zu transportieren. Mit der Schließung von Echo wird für viele dieser Jugendlichen ein Stück Hoffnung und der Glaube an eine Integrationsmöglichkeit in diesem Land zerstört. Bei Echo konnten viele dieser von der österreichischen Gesellschaft benachteiligten Jugendlichen lernen, dass es Sinn macht sich zu engagieren, bilden und den Glauben an Chancengleichheit in diesem Land nie aufzugeben.
Die Stadt Wien hob immer wieder gerne das Vorzeigebeispiel Echo hervor, wenn es darum ging die fortschrittliche Arbeit der Wiener Integrationspolitik nach außen zu transportieren. Jetzt agieren sie respektive ihr verlängerter Arm, die MA 13 unter Hr. Hollos, wie wir es nur aus schlechten Filmen kennen. Zugesicherte Gelder werden zurückgezogen und diktatorisch wird von oben herab über Echo bestimmt.
„ES IST NICHT SO, DASS WIR NICHT KÖNNEN, WIR WOLLEN NICHT!“ ZITAT Mag. JOSEF HOLLOS.
Von dialogischer Lösungssuche keine Spur. Entscheidungsfristen werden gesetzt die mich an totalitäre Regime erinnern.
Den alten Spruch, wer das Geld hat schafft an, bekommt Echo mit voller Härte zu spüren. Zehn Jahre Beziehungsarbeit werden mit der Schließung von Echo in den Sand gesetzt und auf der Strecke bleiben die Jugendlichen. Anstatt ein innovatives Integrationsprojekt wie Echo zu unterstützen, wird der Geldhahn zugedreht und Macht demonstriert.
Unabhängigkeit sowie Selbständigkeit wird nicht geschätzt, sondern offenbar als Bedrohung der Wiener Sozialpolitik gesehen.
Für mich als zukünftigen Sozialarbeiter ein Horrorszenario par excellence.

Johannes Rabl, echo-Redakteur

Klartext ist eine reine Rapper-Crew, die September 2001 im Verein Echo gegründet wurde. Das Ziel dieses Projektes war und ist, Hip-Hop interessierte Jugendliche eine Möglichkeit zu geben, diese populäre Musik-Kultur der 2.(3.) Generation aktiv mit zu erleben.
Es fanden sich sieben Jugendliche aus zwei Ländern (Türkei-Pakistan) zusammen, um mit einander Rap zu erforschen. Am Anfang waren es nur Freestyle-Sessions im „Echo-Bunker“ – ein vom Verein Echo zu Verfügung gestelltes Proberaum - später fingen wir an, eigene Beats zu produzieren um als echte Crew auftreten zu können. Echo organisierte Klartext Auftritte um Erfahrungen zu sammeln und die Liebe zu Hip-Hop wurde immer größer.

Wir sind Protest-Rapper und wollen jetzt klartext reden:
Es ist eine Frechheit, wie Politik mit der Jugend in Wien umgeht. Ohne besonderen Gründen werden Jugendzentren zum Beenden ihrer Tätigkeit gezwungen. Die Schließung vom Integrationsverein Echo beweist, dass noch immer rassistische Beamten ihr Unwesen treiben.
Wieso wird ein 10 Jahre alter Verein so plötzlich geschlossen?

KLaRTexT

Na super dass der MA 13 die Subventionen streicht.
Grad wo man nicht sparen sollte. Man redet davon, dass die ausländischen Jugendlichen sich nicht integrieren und die sozialen Schmarotzer in der Gesellschaft sind. Und wie sollen sich die Jugendlichen nun eine Chance erarbeiten. Echo unterstützt Jugendliche und fördert sie. Und dass der zuständige Herr im MA13 bei der TV-Interview keine Argumente bringen kann warum Echo nicht mehr unterstützt wird, ist auch komisch.
"Wien ist anders", natürlich ist Wien anders, da werden die Vereine zugesperrt, die wirklich was leisten.
lg.

Mikail

Ist ein Mensch weniger wert, wenn er oder seine Vorfahren in einem anderen Land geboren wurden und er sich aus den verschiedensten Gründen dazu entschlossen hat, in Österreich zu leben? Man sollte meinen, heutzutage wären die Menschen schon aufgeschlossener allem Anderen gegenüber, so wie das auch die neue Diversitätspolitik annimmt. Tatsächlich gibt es jedoch leider noch vieles, das geändert werden müsste, wenn Diversity möglich sein sollte. Viele Vorurteile, die von Generation zu Generation, meist ohne hinterfragt zu werden, übernommen werden, werden durch Medien zum Teil noch bestärkt. Negative Beispiele werden einem vorgesetzt, ohne das Gegenteil zu zeigen. Diebstähle, Einbrüche, Missbrauch, Drogen – meist stehen darunter fremdländische Namen.
Nach wie vor gibt es unterschiedliches Recht und viele Türen und Möglichkeiten bleiben einem verschlossen, wenn dem Gegenüber (z.B. Arbeitgeber, Vermieter, Lokalbesitzer, ...) das fremdländische Aussehen nicht passt, selbst wenn man gebürtige/r ÖsterreicherIn ist.
Unlogisch, warum gerade der Verein Echo, in dem das kulturelle Miteinander sehr wohl seit 10 Jahren möglich ist, von der MA 13 keine Subventionen mehr erhalten soll. Ganz zu schweigen von der unverschämten Art und Weise ...
Seit nunmehr drei Jahren bin ich in der Echo-Redaktion, sah Menschen gemeinsam musizieren, Breakdance üben, Theater spielen, Feste feiern und eine Zeitung produzieren – hoffentlich gibt es eine Zukunft für dieses einzigartige Projekt!

Larissa Starch, echo-Redakteurin

Ich halte es nicht für RICHTIG an Jugendprojekten zu sparen. Man sollte die Jugend eher fördern, anstatt Vereine, die Jugendliche fördern und versuchen ihnen zu helfen, zu schließen. Außerdem gibt es meines Wissens nach kein anderes Institut, wo man so viele Aktivitäten unter einem Dach anbietet. Ich hoffe, dass die Verantwortlichen der MA13 diesen begangenen Prozess endlich ein Ende geben und Echo doch in Zukunft ihre gewöhnliche Arbeit weiterführen kann ...

Ömer

Ich betrachte ECHO als eine Art „Kunstzentrum“, wo viele qualitative Projekte seit Jahren geleitet werden.
Ich, als ein aussenstehender Musiklehrer (Saz-Lehrer), habe bisher an vielen Projekten von Echo teilgenommen und manche sogar mitgeleitet.
Falls die Türen Echos nicht mutwillig geschlossen werden, bin ich mir sicher, dass Echo in Zukunft mehrere angesehene, große und qualitative Projekte auf die Beine stellen wird.
Ich stehe vollkommen hinter Echo und hoffe, dass dem Verein nicht „grundlos“ das weiterarbeiten verhindert wird.

Müslüm

Ich finde es unglaublich, dass ein Verein wie ECHO zusperren muss.
Es ist unfair, dass das „Echo-Team“ (Jugendliche & Mitarbeiter) einfach ohne Grund vor die Tür gestellt werden.
Dies würde natürlich auch verhindern, Konzerte (Echo-Abende usw.) zu veranstalten. Was meinen SAZ-Kurs im ECHO betrifft, würde ich gerne weiter „im Echo“ mit meinen Mitschülern unterrichtet werden.

Seher

Echo gibt es fast seit 10 Jahren und sollte auch weiterhin bestehen, weil da Jugendlichen geholfen wird. Viele haben ihre Träume dank Echo verwirklichen können. Die Jugendlichen haben sehr vieles erreicht, dank vieler Auftrittsmöglichkeiten wie Musik, Tanz, Theater usw. Es gibt eine erfolgreiche Zeitung seit Anfang an, die die Jugendlichen mit erschaffen haben. Diese Zeitung beinhaltet viele Themen über Politik, Probleme von Jugendlichen, ihren erfolgreichen Erlebnissen, Comics etc. Diese Zeitung ist der Knüller und es wird einfach weiter gehen. Die Mitarbeiter hörten auf die Bedürfnisse und Probleme der Jugendlichen und holten sogar viele aus der Strasse, brachten ihnen bei wie sie was erreichen können und waren sehr erfolgreich mit ihrer Arbeit. Echo ist wie der Himmel auf Erden für Jugendliche die nicht mehr weiter wissen. Darum muss Echo weiter machen.

Senem

Ich bin sehr traurig dass Echo zusperren muss. Ich habe Echo vor ca. 8 Jahren durch meinen Bruder kennen gelernt. Ich finde es schade, weil Jugendliche (inkl. mir), durch Echo die Möglichkeit hatten viel zu lernen und viel erreicht haben.
Durch die Aktivitäten, was ich in Echo gemacht habe sowie: Dj, Tanz, Theater, Security, Zeitung und Flyer layoutieren, usw. habe ich viel gelernt und es hat mir im privaten und im Berufsleben öfter geholfen.
Daher muss Echo einfach bleiben. Was würden die Jugendlichen machen wenn es Echo nicht mehr geben würde? Das frage ich die MA13, die Echo nicht mehr finanzieren will.

Serkan

Ich kann es nicht glauben, dass man ein Verein wie Echo, der jahrelang gute Arbeit geleistet hat, von heute auf morgen einfach abschaffen will. Echo hat mit Jugendlichen für Jugendliche gearbeitet, immer erfolgreiche Projekte auf die Beine gestellt, und gerade aus diesem Grund war Echo auch immer in den Medien präsent. Das man so ein Vorzeige-Modell aus der Welt schaffen will ist mir unerklärlich.

Als eine Betroffene aus der Saz-Gruppe bin ich schockiert, erschüttert und traurig über diese Situation.

lg

Sultan